Jahresbericht ffr.il/1956
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Zieht man. diese sowie die 1 364 Einheiten der ersten Inventur von den fehlen
den 13. 194 Einheiten der zweiten ab, so verbleiben 11 689 reine Kriegsverluste
bis zur letzten Kriegseintragung Buehmimmer 57 153 (26.3.1945), das sind 20
Prozent.-Für die BeStandsrechrnrng der Bibliothek wird auf Grund der Inventur
1954/56 festgelegt, daß der Zugangsmanmer 68 505 ein Buchbestand von 57 681
Einheiten entspricht; so erklärt sich, daß einleitend ein Bestand von 57 681
Banden angegeben wurde, während der 10. Jahresbericht noch von. einem solchen
von etwa 69 000 Bänden spricht.
Die Inventur Selbst begann am. 30.11.1954. Sechs Hilfskräfte von der
Schiffsbesatzung, die während der winterlichen Werftliegezeit zur Bibliothek
abgeordnet wurden, vermerkten. Buch für Buch in "Bibliothek-Inventarlisten'?
und versahen jedes Buch mit dem Stempel: "Inv.1954", Im Beihverkehr zurück-
kommende Bücher wurden vor dem Zurückstellen vom Bibliothek-Personal inventa
risiert. Gleichzeitig wurde anhand der "Bibliothek-Inventurlisten" ein neuer
Standortkatalog angelegt. Während die Eintragung in die listen nach Regalen
erfolgte, richtete sich die Eintragung in den Standortkatalog nach Buchnummern,
Hierdurch wurden die unvermeidlichen Pehler der Bestandaufnahme aufgedeckt,
z.B, bei Doppelbelegung einer Buchnummer. Dieses Kontroll-System hat sich be
währt. - Die letzte Hilfskraft verließ die Bibliothek am 11.3.1955, so daß'nur
noch wenige Prozent des Bestandes für die Hachinventur verblieben, die im lau
fe d'er nächsten zwei Jahre, nämlich bis Dezember 1956, erledigt wurde. Der Rest
bestand "und die verliehenen Bücher machten rund 10 000 Einheiten'aus, die also
vom Bibliothek-Personal selbst inventarisiert werden mußten.
Zwar wurde das Magazin beim Bezug des neuen Bibliothekgebäudes bereits so
zweckmäßig als möglich eingerichtet, aber es waren doch noch Desiderate verblle-
ben. Diese wurden mit der Inventur zugleich erledigt, was Umstellungen erforder
te, die das Bibliothek-Personal zweekmäßigerweise selbst vornahm. Alle Bücher
haben nunmehr im Magazin ihren richtigen Platz erhalten. - fiel Arbeit bean
spruchten auch gewisse Berichtigungen alter Signierungen, die aus Zweekmäßig-
keitsgrtinden unbedingt erforderlich waren.
Ferner ergaben sich bei der Inventur versteckte Kriegsverluste, insbesonde
re bisher unbeachtet gebliebene schwerwiegende Kriegsbeschädigungen; ein weite
res Verbleiben dieser Bücher im Magazin in ihrem derzeitigen Zustand ist nicht
angängig. Inzwischen erhielt die Bibliothek einmalige Mittel, um diese Kriegs-
sohäden beseitigen zu können, und es ist damit zu rechnen, daß bis Ende des
HaushaltJahres 1957/58 sämtliche Bücher des Magazins wieder in einen brauchba
ren Zustand versetzt werden können. Darüber hinaus sollte es möglich sein, wie
es in jeder anderen Bibliothek auch geschieht, die Verluste der wichtigsten Bü
cher in den nächsten Jahren durch HeubeSchaffung auszugleichen. In Vorbereitung
hierzu werden jetzt die Ittel der rund 13 000 verlörengegangenen Einheiten auf
die Notwendigkeit einer Wiederbeschaffung geprüft. -
Im Berichtsjahr wurden 11 058'Bücher und Zeitschriftenhefte verliehen.