Jahresbericht Nr.11/1956
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heit abgeben.. Weiter wurde die Schaltung so ausgeführt, daß die Ansprechem
pfindlichkeit des Start- und Stopeingangs getrennt genau eingestellt werden
kann. Es konnte eine fast vollständige Unterdrückung von Störimpulsen erreicht
werden.
Im Aufträge verschiedener Firmen wurden mehrere Geräte einer Vibrations-
prüfung auf den Vertikal- und Horizontalschütteltischen unterzogen.
Zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland besichtigten die Laboratorien
und informierten sich über die laufenden und geplanten Arbeiten.
Mehrere Studierende erledigten während ihrer Semesterferien einen Teil
ihrer Praktikantenzeit.
Las Bezernat war wiederum an verschiedenen Sitzungen einschlägiger Fach-
und Arbeitsausschüsse beteiligt.
2. Funktechnische Hilfsmittel der Navigation
a) Die Baumusterprüfungen von Navigationsfunkanlagen
wurden in Zusammenarbeit mit dem Fernmeldetechnischen Zentralamt der Deutschen
Bundespost in bewährter Weise fortgesetzt. Bei folgenden Peilfunk- und Badar-
Anlagen wurde der nautisch-technische Teil der Baumusterprüfungen auf See un
ter Bedingungen des praktischen Einsatzes durchgeführt:
1. Goniometer-Peilfunkanlage Telefunken Type PST 397/1
mit eingebauter^ Sichtanzeige - Telegon III
2. Plath-Drehrahmen-Kleinpeiler Type P 400,
3. Decca-Radar-Anlage Type 214.
Außerdem wurden die Loran-Empfangsanlagen Type APN 9 und LE 8803 einer nau
tisch-technischen Erprobung im Nordatlantischen Ozean unterzogen, um Unterla
gen für die Zulassung dieser Geräte zum Einsatz auf deutschen Schiffen zu ge
winnen-. Mit diesen Geräten wurde die Brauchbarkeit der in diesem Seegebiet auf-
nehmbaren L o r a n -Ketten in bezug auf die Verwendung als zuverlässiges
Funknavigationsmittel besonders für die Fischerei untersucht. Die geographi
schen Grenzen der Anwendbarkeit dieses nach dem Atlantic City-Vertrag nicht
für Europa gedachten Sendersystems wurden auch in anderen Gebieten ermittelt.
Dabei wurde festgestellt, daß'bei den bekannten Ausbreitungsbedingungen für
Grenzwellen z.B. in der Nordsee und Biskaya verwertbare Ortungen erhalten wer
den. Dagegen ist in allen deutschen Häfen kein brauchbarer Loran-Empfang mög
lich. Die Prüfbehörden können bei ihrer turnusmäßigen Kontrolle also nicht den
betriebsklaren Zustand der an Bord der Schiffe evtl, vorhandenen Loran-Anlagen
feststellen. Das führte zu der Forderung, hierfür geeignete Sendernachbildun
gen schaffen zu lassen.
Das Deutsche Hydrographische Institut hat nunmehr durch Beauftragung sei
tens des Bundes-Verkehrs-Ministeriums auch die für die Zulassung von Naviga-
tionsfunkanlagen erforderliche nautisch-technische Prüfung von Baumustern für
die Binnenschiffahrt durchzuführen. Die für diese Prüfung zu