- Seite 45 -
Sautische Technik
Messung der IS Mustergläser nach dem Spektralverfahren bestätigt wurde. Da
raus lassen sich auch die bei der Messung blauer Gläser im Farbglasprüfgerät
zur Zeit noch auftretenden abweichenden Ergebnisse erklären.
c) lote und logge. Die Versuche im abgelaufenen Jahr erstreckten sich
während dreier Versuchsfahrten in die Gewässer zwischen Island und Grönland
(Juli bis September), in die Biskaya (Oktober) und zum Skagerrak (JTovember)
insbesondere auf folgende Untersuchungen: 1) 30 kHz-Gruppe (2 Schwinger) mit
Eöhrengenerator und veränderlichen Impulslängen von 1 bis 10 msec, 2) 3 kHz-
Tonlot schreibend und 3) Bestimmung von Schallgeschwindigkeiten in Schlamm-
und Schlickschichten.
Im einzelnen ist zu den Problemen unter 1) zu sagen: es wurden Versuche
während der Bahrt in die Gewässer zwischen Island und Grönland und in die
Biskaya durchgeführt. Die größte mit dieser Inlage erreichte Tiefe betrug bei
hartem Boden etwa 3 000 m. Tergleichsmessungen zwischen Röhrengenerator und
Stoßkreis - getastet mit langem und kurzem Impuls - zeigten, daß mit langem
Impuls (oa. 10 m/sec) noch Aufzeichnungen von Fischen über dem Boden bis in
Tiefen von 550 m und von Wassersehichtungen bis 500 m gemacht werden können.
Mit kurzem Impuls (ca. 2 m/sec) oder Stoßkreis konnten diese Aufzeichnungen
nur etwa bis zur halben Tiefe erreicht werden. Bei Untersuchungen der oberen
Wasserschichten bis ca. 70 m ist der Stoßkreis mit seinem sehr kurzen Impuls
wegen der guten Auflösungsfähigkeit besser geeignet.
Im Rahmen der Untersuchungen unter 2) wurden weitere Versuche in der Bis
kaya angestellt und hierzu durch Überlauflotung (Doppelecho) noch 9 100 m si
cher aufgezeichnet. Es zeigte sich jedoch, daß bei dem stark abfallenden, zer
klüfteten Boden am Schelfrand der Biskaya die Aufzeichnung des Echos infolge
der schwachen Bündelung der 3 kHz-Anlage und der geringen wirksamen Reflexions
fläche des Bodens nicht mehr möglich ist. Das Echo kann aber auch unter diesen
Verhältnissen noch gut abgehört und so die Tiefe bestimmt werden.
Was die Frage der Schlamm- und Schlickdicke betrifft, so wurden in der
Eckernförder Bucht gleichzeitig mit Stoßröhrenarbeiten der Abteilung IV erste
Versuche zur Bestimmung der Schallgeschwindigkeit in Schlamm- und Schlick
schichten durchgeführt. Die wenigen bisher gewonnenen Resultate lassen eine
konkrete Aussage noch nicht zu. Die Messungen werden im nächsten Jahr fortge
setzt.
d) Verschiedenes, nachdem der seinerzeit hier entworfene elektronische
Dezimalzähler für Kurzzeitmessungen einige Jahre im Zeitdienst eingesetzt
war, + ^ hat es sich als notwendig erwiesen, das Gerät unempfindlicher zu machen
gegen Störimpulse und ein sicheres Ansprechen des Gerätes auch bei weniger
steilen Start- und Stopimpulsen sicherzustellen. Die Eingangsschaltungen wur
den jetzt ausgelegt als monostabile Multivibratoren (Trigger), die unabhängig
von der Steilheit des Eingangsimpulses einen Schaltimpuls von konstanter Stell-
+) Vgl. Jahresbericht Hr. 8/1953