Jahresbericht Hr.11/1956
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Quarzuhren zeigten sehr unterschiedliche Gangleistungen. Im Hinblick auf das
Internationale Geophysikalische Jahr -wurden bereits gegen Ende des Berichts
jahres zwei Uhren der Herstellerfirma zu einer Grundüberholung übersandt.'
Yon den sechs im Selbstbau erstellten Quarzuhren konnten zwei im Juli bzw.
im Oktober in Betrieb genommen werden. Bür die restlichen vier Uhren bereitet
die Beschaffung geeigneter Schwingquarze erhebliche Schwierigkeiten.
Über eine festgeschaltete Leitung wurden, wie im Vorjahre, laufend Quarz
uhrenkontakte und -frequenzen mit dem Eernmeldetechnischen Zentralamt der Deut
schen Bundespost in Darmstadt ausgetauscht. Auch die zweimal wöchentlich erfol
gende Übertragung von Kontakten einer Quarzuhr der Bhysikalisch-lechnischen
Bundesanstalt, Braunschweig, und der Anschluß derselben über die Quarzuhren des
Institutes an die astronomischen Zeitbestimmungen wurde beibehalten und soll
mit Beginn des Jahres 1957 auf die Kontaktübertragung zweier Uhren erweitert
werden.
Die Abteilung YI baute in den von ihr entwickelten quarzgesteuerten Dezi
malzähler eine Reizschwelle und einen Impulsformer ein. Die hierdurch erreichte
Unterdrückung von außen kommender Störimpulse und der Wegfall der zu gelegent
lichen Behlzählungen Anlaß gebenden Relais gestatten nunmehr eine volle Ausnut
zung der Meßgenauigkeit von. 0?00001.
Der im Vorjahr beschaffte zweite elektronische Dezimalzähler wurde nach
eingehenden Untersuchungen um ein Vorsatzgerät erweitert, wodurch er im Zeit
dienst vielseitiger verwendbar geworden ist.
d) Zeitkundgebung. Die Untersuchungen über die Extrapolation der Zeit für
die Auslösung der Zeitsignale wurden fortgesetzt und Mitte des Jahres zu einem
vorläufigen Abschluß gebracht, nachdem befriedigende Ergebnisse erzielt worden
waren.
Um einen Überblick über die Größe der Registrierfehler bei der Aufnahme
von Funkzeitzeichen auf verschiedenen Wellenlängen und zu verschiedenen Jahres
zeiten zu erhalten, wurden diese mit Hilfe der Veröffentlichungen des Bureau
International de l'Heure für die Signale von 11 Stationen über einen Zeitraum
von einem Jahr ermittelt. In diesem Zusammenhang wurde außerdem untersucht, ob
die Annahme einer über längere Zeit konstanten Leistungsverzögerung nach der
Bunksendestelle Uorddeich zu plausibleren Ergebnissen führt, als der Ansatz der
bei jeder Ausstrahlung individuell ermittelten Verzögerung. Die gewonnenen Er
gebnisse wurden durch die im letzten Vierteljahr mögliche direkte elektronische
Messung der Leitungsverzögerung bestätigt. Diese Meßreihen lieferten gleichzei
tig Unterlagen über den Zusammenhang zwischen der Sendegenauigkeit der Zeitsig
nale und der durch die Schaltung des Senders bedingten Anstiegszeit jedes ein
zelnen Zeichens.
Eür die elektronische Registrierung der Bunkzeitzeichen.wurde ein den Em
pfängern und Dezimalzählern angepaßter Impulswandler entwickelt, gebaut und