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Full text: Jahresbericht 1956

Gezeiten, Nautische Astronomie, Zeitdienst 
- Seite 37 - 
telephonisch 1 466 "Sturmflutwarmmgen" und "Warnungen an die Schiffahrt" aus- 
gegehen. Außerdem erhielten einige Ämter telegraphische Vorhersagen stärker er 
höhter Niedrigwasser oder stärker erniedrigter Hochwasser, lie im Vorjahr ein 
geführte Durchsage won "Sturmflutwarnungen" unter der Rufnummer 41 62 des Fern- 
sprech-Sonderdienstes Hamburg hat- sich bewährt. Der Auskunftsdienst wurde da 
durch bei Sturmfluten wesentlich entlastet; die feramündliche Beratung auswär 
tiger Teilnehmer hat dagegen zugenommen. - Im Berichtsjahr wurden erstmalig 
auch Sturmflutwarnungen für die schleswig-holsteinische Ostseeküste ausgegeben, 
-und zwar 1 Warnung Uber den Rundfunk und 20 telegraphische Warnungen. 
Mit dem niederländischen Warndienst (K, Nederlands Meteorologisch Insti- 
tuut, De Bilt) wurde vereinbart, im Falle von Sturmfluten die beiderseitigen 
Vorhersagen auszutausohen. Der englische Warndienst (Hydrographie Office, Ad 
miralty, Dunstable) hat sich freundlicherweise bereit erklärt, Beobachtungen 
mitzuteilen, auf Grund deren sich untersuchen lassen wird, in welchem Maße 
Sturmflutwellen., die vom Atlantischen Ozean in die Nordsee eindringen, die Was 
serstände -an der deutschen Küste noch beeinflussen. 
2. Nautische Astronomie und Navigationsmethoden 
Der Jahrgang 1957 des Nautischen Jahrbuches erschien 
im Mai. Die Druckvorlage des Nautischen Jahrhuchs 1958 wurde Ende November be 
endet, das Manuskript für 1959 wurde wieder mit Hilfe der bochkartenstelle wei 
tergefördert. Die astronomischen Angaben für den Fischereialmanach wurden in 
Übereinstimmung mit der Jahrbuchform zusammengestellt, der Verlag wie auch im 
Vorjahr bei den Hilfstafeln und Beispielen beraten. 
Die Zeiten dea Auf- und Untergangs von Sonne und Mond sowie der Dämmerung 
wurden für verschiedene Auskünfte und für den Gezeitenkalender berechnet. Sie 
wurden außerdem während des Berichtsjahres erstmalig für den Bereich des See 
wetteramtes berechnet und werden in Zukunft weiter hierfür zusammengestellt 
werden. Zu dieser Tätigkeit kamen einige Auskünfte über astronomische und nau 
tisch-astronomische Fragen. 
Die Untersuchungen über Anwendbarkeit und Genauigkeit der 
Funkverfahren in der Navigation wurden fortgesetzt, 
wie im Vorjahr in Zusammenarbeit mit dem Ausschuß für Funkortung und der Deut 
schen Lufthansa. Hierzu wurden einige Versuchsfahrten auf dem Bundesbahnfähr 
schiff "Deutschland" unternommen, bei einer dieser Fahrten konnte die naviga- 
torische Verwendbarkeit von Loran erprobt werden, die in der Ostsee bei der 
Entfernung der Loranketten nur nachts mit Hilfe der Ionosphäre möglich ist. Die 
se Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen, da Untersuchungen auf anderen Schif 
fen bisher nicht durchgeführt werden konnten. 
In Zusammenarbeit mit dem Ausschuß für Funkortung und der lachrichtentech- 
nischen Gesellschaft wurde die Fehlertheorie für Standlinien aller Art, vor al 
lem aber für Hyperhelstandlinien weiter gefördert. Die Anforderungen von See-
	        
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