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Full text: Jahresbericht 1956

- Seite 25 - 
Meereskunde und Erdmagnetismus 
che und etwa 80 m Wassertiefe hin und her und mißt dabei Bruck und Temperatur. 
Die Meßwerte werden über einen isolierten Kupferdraht im Schleppseil an Bord 
übertragen und dort im Abstand von 1 Sekunde registriert. Bie Registrierung 
ergibt einen Überblick über die vertikale Temperaturverteilung bis zur maxi 
malen Meßtiefe auf dem Kurs des Schiffes. Bie ersten Ergebnisse waren zufrie 
denstellend. Bie Entwicklung wird mit der Absicht weitergeführt, das Gerät bei 
den Messungen im Geophysikalischen Jahr zu verwenden. 
Ein Industriegerät zur elektrolytischen Messung 1 des Salzgehaltes vom fah 
renden Schiff aus wurde erprobt. Es eignet sich für Messungen in Küstengebie 
ten mit größeren Salzgehaltsunterschieden. Ob es auch für genaue Messungen in 
küstenfernen Meere'sgebieten verwendbar ist, müssen weitere Untersuchungen er 
geben. 
Bie Feuer- und Handelsschiffe wurden mit meereskundlichen Meßgeräten aus 
gerüstet, auswärtige Institute und Dienststellen durch teihgeräte unterstützt. 
Im physikalischen laboratorium wurde die Meßwertübertragungsanlage für das 
Schleppgerät weiterentwickelt und Seihenmessungen an Photoelementen für Trü 
bungsmeßgeräte durchgeführt. Auch diese Messungen haben wieder ergeben, daß 
eine- sorgfältige Auswahl und wiederholte Prüfung der Photoelemente erforderlich 
ist, um vergleichbare repräsentative Meßwerte zu erhalten. Bie Trübungsmeßgeräte 
für fahrende Schiffe wurden von Akku- auf Hetzbetrieb umgestellt, was den Beob 
achter wesentlich entlastet-. 
Im chemischen laboratorium wurde im Berichtsjahr der Salzgehalt von 12 388 
Meerwasserproben, die von "Gauss", "Anton Bohrn”, "Uthörn" sowie den deutschen 
Feuer- und Handelsschiffen gesammelt wurden, teils durch Titration, teils durch 
Bichtemessung mittels der Torsionswaage bestimmt. Um die ständig wachsende Zahl 
von Meerwasserproben bearbeiten zu können, wurde weiterhin an einer Vereinfa 
chung der Bestlmrnungsmethodik gearbeitet. Zu diesem Zwecke wurden Randlochkar 
ten eingeführt, auf denen alle für eine Meerwasserprobe erforderlichen Baten 
durch einfaches lochen festgehalten werden. 
Für geologische-Untersuchungen wurde in der Institutswerkstatt ein Kolben 
lot gebaut und insbesondere in der westlichen Ostsee erprobt. Bort konnten ei 
nige längere bis in den nichtmaritimen Untergrund reichende Kerne gewonnen wer 
den. 
3. Beobachtungen und Aufbereitung 
Angaben über die meereskundlichen Beobachtungen auf den deutschen Feuer 
schiffen der Nord- und Ostsee sowie die Anzahl der Oberflächenbeobachtungen auf 
der Route Hamburg-Hull sind in den Tabellen 2 und 3 zusammengestellt. Diese Be 
obachtungen wurden aufbereitet und wie bisher dem Internationalen Rat für Mee- 
resforsohung in Kopenhagen zur Verfügung gestellt. Die entsprechenden Beobach 
tungen des Jahres 1955 wurden in der Reihe "Meereskundliche Beobachtungen und 
Ergebnisse" veröffentlicht.
	        
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