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Meereskunde und Erdmagnetismus
che und etwa 80 m Wassertiefe hin und her und mißt dabei Bruck und Temperatur.
Die Meßwerte werden über einen isolierten Kupferdraht im Schleppseil an Bord
übertragen und dort im Abstand von 1 Sekunde registriert. Bie Registrierung
ergibt einen Überblick über die vertikale Temperaturverteilung bis zur maxi
malen Meßtiefe auf dem Kurs des Schiffes. Bie ersten Ergebnisse waren zufrie
denstellend. Bie Entwicklung wird mit der Absicht weitergeführt, das Gerät bei
den Messungen im Geophysikalischen Jahr zu verwenden.
Ein Industriegerät zur elektrolytischen Messung 1 des Salzgehaltes vom fah
renden Schiff aus wurde erprobt. Es eignet sich für Messungen in Küstengebie
ten mit größeren Salzgehaltsunterschieden. Ob es auch für genaue Messungen in
küstenfernen Meere'sgebieten verwendbar ist, müssen weitere Untersuchungen er
geben.
Bie Feuer- und Handelsschiffe wurden mit meereskundlichen Meßgeräten aus
gerüstet, auswärtige Institute und Dienststellen durch teihgeräte unterstützt.
Im physikalischen laboratorium wurde die Meßwertübertragungsanlage für das
Schleppgerät weiterentwickelt und Seihenmessungen an Photoelementen für Trü
bungsmeßgeräte durchgeführt. Auch diese Messungen haben wieder ergeben, daß
eine- sorgfältige Auswahl und wiederholte Prüfung der Photoelemente erforderlich
ist, um vergleichbare repräsentative Meßwerte zu erhalten. Bie Trübungsmeßgeräte
für fahrende Schiffe wurden von Akku- auf Hetzbetrieb umgestellt, was den Beob
achter wesentlich entlastet-.
Im chemischen laboratorium wurde im Berichtsjahr der Salzgehalt von 12 388
Meerwasserproben, die von "Gauss", "Anton Bohrn”, "Uthörn" sowie den deutschen
Feuer- und Handelsschiffen gesammelt wurden, teils durch Titration, teils durch
Bichtemessung mittels der Torsionswaage bestimmt. Um die ständig wachsende Zahl
von Meerwasserproben bearbeiten zu können, wurde weiterhin an einer Vereinfa
chung der Bestlmrnungsmethodik gearbeitet. Zu diesem Zwecke wurden Randlochkar
ten eingeführt, auf denen alle für eine Meerwasserprobe erforderlichen Baten
durch einfaches lochen festgehalten werden.
Für geologische-Untersuchungen wurde in der Institutswerkstatt ein Kolben
lot gebaut und insbesondere in der westlichen Ostsee erprobt. Bort konnten ei
nige längere bis in den nichtmaritimen Untergrund reichende Kerne gewonnen wer
den.
3. Beobachtungen und Aufbereitung
Angaben über die meereskundlichen Beobachtungen auf den deutschen Feuer
schiffen der Nord- und Ostsee sowie die Anzahl der Oberflächenbeobachtungen auf
der Route Hamburg-Hull sind in den Tabellen 2 und 3 zusammengestellt. Diese Be
obachtungen wurden aufbereitet und wie bisher dem Internationalen Rat für Mee-
resforsohung in Kopenhagen zur Verfügung gestellt. Die entsprechenden Beobach
tungen des Jahres 1955 wurden in der Reihe "Meereskundliche Beobachtungen und
Ergebnisse" veröffentlicht.