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nachdem die Linic überschritten worden war, den Meridian des Kap Horn.
Von Stürmen hattc man in den hohon südlichen Breiten nichts zu leiden, da-
zegen wurde man, schon nicht mehr weit von Kap Horn entfernt, mehrere Tage
durch östlichen Wind aufgehalten.
Im Verlaufe der weiteren Reise wurde am 26. December der auf den
Falkland-Inseln gelegene Leuchtthurm des Kap Pembroke gesichtet, 40° S-Br in
36,8° W-Lg am 2. Januar 1878 und 30° S-Br in 29,7° W-Lg am 7. Januar
erreicht. Bis 38° S-Br begünstigten frische nordwestliche Winde die Fahrt,
daher erreichte man diese Breite auch in ganz kurzer Zeit; ebenso wurde der
Parallel von 30° S-Br nach kurzer Zeit gekreuzt. Um aber die zwischen 30°
und 20° S-Br liegende Strecke zurückzulegen, war, wie hier so häufig, cine
iange Zeit erforderlich, Flaue, schr nördliche Winde machten dort ein rasches
Fortkommen unmöglich. Erst nachdem man am 19. Januar in 23° S-Br und
24,6° W-Lg in das Gebiet des SE-Passats eingedrungen war, kam das Schiff
schneller voran. Man gelangte zum Parallel von 10° S-Br in 26,6° W-Lg am
24. Januar und zur Linie, in deren Nähe man eine nach Westen laufende Strö-
mung beobachtete, die eine stündliche Schnelligkeit von 1 Sm hatte, in 28,5° W-Lg
am 29, Januar. Die Strecke vom Kap Horn zum Aequator war also in 36 Tagen
zurückgelegt.
Öhne dass man durch Windstille und Mallung aufgehalten wurde, segelle
der „D. H. Wätjen“ ferner am 30. Januar in 2° N-Br und 29,7° W-Lg aus
dem Gebiete des SE- in das des NE-Passats über, schnitt 10° N-Br in 35,3° W-Lg
am 3. Februar, 20° N-Br in 37,8° W-Lg am 8. Februar und 30° N-Br in 40,7° W-Le
am 16. Februar. Der NE- Passat war in 20° N-Br während mehrerer Tage
gestört; statt seiner herrschte ganz leichter südöstlicher Zug, bei welchem das
Schiff nur sehr geringen Fortgang hatte. Indessen kam der Passatwind nachher
noch für einige Tage wieder durch, che er in 24,5° N-Br und 41° W-Lg ganz zu
wehen aufhörte. Auf dem übrigen Theile der Reise wurde man von meistens
aus südlicher Richtung wehenden Winden begünstigt. Stürme von hervorragender
Bedeutung wurden hier nicht angetroffen. Am 20. Februar wurde der Parallel
ron 40° N-Br in 32,4° W-Ly überschritten und am 28. Februar ankerte der
„D. H. Wätjen“ im Hafen von Queenstown nach einer Reise, deren Dauer vom
Abgangshafen ab 124 Tage betrug,
1. Reise der Bremer Bark „Johanne Marie“, Kapt, B. Jaburg,
In der ersten Hälfte des Monats November 1877, nur einige Tage später,
als das Bremer Schiff „Humboldt“, Kapt. Cornelius, (vgl. Heft V der Annalen,
Seite 211 u, ff.) die Weser verlassen hatte, ging die Bremer Bark „Johanne
Marie“, Kapt. B. Jaburg, von der Elbe aus in Sec, um eine Reise nach
Savannah anzutreten. Ebenso, wie jenes Schiff, hatte auch dieses die überaus
schwere stürmische Zeit durchzumachen, deren Beschreibung schon bei der Reise
des „Humboldt“ gegeben wurde. Während des heftigen Sturmes am 24. und
25. November waren beide Schiffe im Kanal, kaum einen Grad in Länge aus-
einander. Auch bei der „Johanne Marie“, die einen niedrigsten Barometerstand
von 736,9mm berichtet, fand wie beim „Humboldt“ das plötzliche Umspringen
des Windes nach NE und orkanartiges Wehen von dieser Richtung statt. Es
glückte Kapt. Jaburg erst am 1..December den Kanal zu verlassen, und richtete
or dann sofort seinen Kurs nach Süden. Die Bark gelangte nach 40° N-Br in
16,4° W-Lg am 9. December und nach 30° N-Br in 24,1° W-Lg am 15. December.
Nachdem man von den Gründen vor dem Kanal frei gekommen war, mässigte
sich das Wetter, und wurde die Strecke bis zur nördlichen Grenze des NE-
Passats, welche letztere am 14, Januar schon in 31,7° N-Br und 22,4° W-Lg
gefunden wurde, in ziemlich kurzer Zeit zurückgelegt. Der anfänglich recht
frisch wehende Passatwind erlitt in 21° N-Br und 45° W-Lg eine, mehrere Tage
anhaltende Unterbrechung; der Wind drehte sich dort durch SE, SW und Nord
nach NE, begleitet von einer Ab- und Zunahme des Luftdruckes, die etwa 4mm
betrug. Nachdem diese Störung vorüber war, wollte sich ein recht frischer
Passat nicht wieder einstellen, obgleich Kapt. Jaburg, um ihn aufzusuchen,
bis 19,5° N-Br hinsteuerte; man traf im Gegentheil noch wiederholt auf längere
Zeit anhaltende leichte Westwinde. Strenge eenommen wurde westlich von