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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

V. Klimatologie, 
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Der Persische Golf gehört nach seinen Bewölkungsverhältnissen zu der großen 
wolkenarmen, ja wolkenfreien Zone, die in den dreißiger Breiten bandförmig große 
Flächen von Nordafrika und Vorder- und Mittelasien durchzieht!). Ein Jahres- 
mittel von 0.8 bis 1.8 ist überaus wenig. In den Sommermonaten strahlt von einem 
wolkenlosen Himmel wochenlang, ja monatelang von früh bis abends ohne jede 
Unterbrechung erbarmungslos eine glühende Sonne auf diese Gegenden herab, und 
die Bewohner besonders Arabiens haben zum möglichsten Schutz gegen sie die ganze 
Bauart ihrer Siedelungen dieser Lage angepaßt: schaut man von oben auf solche 
Stadt, so sieht man fast nirgends etwas von den schmalen Gassen, sondern nur die 
Ebene der flachen Dächer, über die hier und da die „badgir‘, die Windtürme zur Er- 
zeugung eines starken Luftzuges in den Räumen des Hauses sich erheben. In Bahrein 
wird drei Monate lang (Mai, Juni, Juli), in Basra sogar vier Monate lang (Juni, Juli, 
August, September) im vieljährigen Durchschnitt überhaupt keine Wolkenbedeckung 
von meßbarem oder abschätzbarem Betrage beobachtet! 
Nach der Straße von Hormus hin, mit der Annäherung an den offenen Ozean, 
steigt im Sommer langsam die Bewölkung, aber eigentlich nur auf See, wo über dem 
kühlen Wasser in der Umgegend des Ras el Hadd und im Gefolge des regnerischen 
SW-Monsuns des Arabischen Meeres der Wert 5 erreicht wird; an Land bleibt sie 
mit 2.1 in Maskat immer noch sehr gering; man vergleiche die Karte für August 
auf Taf. 4. 
Während der Wintermonate (Karte auf Taf. 4), die zugleich die in mäßigen 
Grenzen bleibenden Niederschläge des Gebietes. liefern, steigt die Bewölkung auf 
dem Meere überall über 2 und 3 bis auf 4 und etwas mehr (Buschehr 4.6 im Fe- 
bruar); landeinwärts bleibt sie aber auch in dieser Jahreszeit sehr niedrig, denn 
Basra bringt es im Februar nur auf 2.6, Bahrein hat sogar nur 1.0, Maskat und 
Djaschk 1.4, bzw. 1.5, und besondere Unterschiede zwischen dem Persischen Golf 
und dem Golf von Oman zeigen sich jetzt nicht. 
6. Luftdruck und Wind müssen über einem immerhin so kleinen Gebiete 
wie dem hier behandelten zusammen genommen werden, wenn man auch Einzel- 
heiten des Isobaren-Verlaufes richtig erschließen will. Die Barometerstände an den 
fünf Landstationen (s. Tabelle Nr. 7) genügen nicht, und nach dem Vorgange von 
Köppen. hat man aus den Besonderheiten der Windrichtungen z. B. von Buschehr 
oder im westlichen Teile der Hormus-Straße (Linga—Musendim) auch kleine, 
aber wesentliche Charakterzüge der Druckverteilung zu erkennen. ; 
a. Luftdruck und vorherrschende Luftströmung in den vier Hauptmonaten, 
(Vgl. Karten auf Tafel 5.) 
Im Februar besteht ein allgemeines Druckgefäll von NW nach SO, vom 
Schatt mit 764 mm nach Maskat mit etwa 761.8 mm. Über den Wasserflächen 
ist dabei noch außerdem der Druck ein wenig niedriger als über den angrenzenden, 
winterlich kalten kontinentalen Flächen gleicher geographischer Breite; bei Buschehr 
erreichen daher nördliche und nordöstliche Winde große Häufigkeit, und über dem 
Meeresgebiet zwischen Linga und der Musendim-Halbinsel lagert, wenn diese Druck- 
abnahme ‚auf See sich verschärft, unter Umständen ein‘ geschlossenes kleines Tief- 
druckgebiet, so daß südöstliche und östliche Winde auf begrenztem Raum zwischen 
Djaschk und Musendim auftreten, unbeschadet der allgemeinen nordwestlichen 
Luftströmung. Das Gebiet, als Ganzes genommen, steht im Februar unter hohem 
Druck; die Tabelle 7 lehrt, daß im Januar der Barometerstand überall noch etwas 
höher ist als im Februar. . . 
Im Mai, dem Übergangsmonat zu den sommerlichen Verhältnissen, beob- 
achten wir das größte Gefälle nicht mehr in Richtung NW —5SO, sondern in Richtung 
W—O; die nordwestliche Luftströmung bekommt eine stärkere westliche Kom- 
ponente, Die nordöstlichen Winde auf der persischen Seite, z. B. bei Buschehr, treten 
stark zurück zugunsten nordwestlicher Winde; westlich von Linga ist der Wind 
rein W, östlich von Linga sogar SW, in offenbarem Anschluß an den nach NO um- 
biegenden, schlauchartig sich verengenden Ausgang des Persischen Golfes hinaus zum 
'\ Vgl. Bartholomew, Atlas of Meteorology, 1899, Taf. 17 u. 18.
	        
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