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Full text: Jahresbericht 1957

- Seite 43 - 
Nautische Technik 
Schiffen im Seegang. Für eine ausreichende genaue Gewinnung der Eigenperiode 
von Schiffen im Seegang konnte ein verhältnismäßig einfaches für die Praxis 
geeignetes Verfahren angegeben werden. 
Die im Vorjahresbericht angeführte Autokorrelationsmethode zur Analyse , 
von Schwingungsregistrierkurven mußte, einstweilen unterbrochen werden, da es 
bisher nicht gelang, ein hierfür benötigtes elektronisch arbeitendes Multi*! 
plikatiönsgerät zu beschaffen. 
Das Kreiselprüffeld prüfte 11? Kreiselkugeln bzw* Trichterschwimmer. 
Davon wurden 14 Kreiselkugeln instandgesetzt. Zwei komplette Kreiselkompaß- 
anlagen wurden aus eigenen Beständen zusammengestellt, aufgearbeitet und an 
bundeseigene Fahrzeuge abgegeben, zwei Anlagen wurden grundüberholt und wie 
der eingebaut., drei Anlagen wurden auf Neubauten eingebaut, Bordreparaturen 
an Kreiselkompaß- und MKP-Anlagen auf bundeseigenen Schiffen wurden in 109 
Fällen ausgeführt. Eine große Anzahl einzelner Teile von Kreiselkompaß- und 
MKF-Anlagen wurde instandgesetzt und geprüft. Im Rahmen der Verlegung des 
Kreiselprüffeldes wurde eine Anzahl neuer Prüftafeln angefertigt, die vor 
handenen Prüfeinrichtungen, gründlich überholt und teilweise erweitert, 
b) Astronomische und optische Geräte. Für das Normblatt DIN .6163 "Opti 
sche Signale im Verkehr" wurde das Beiblatt 5 "Farben und Farbgrenzen für 
Signallichter an Wasserfahrzeugen" entworfen, das in mehreren Sitzungen des 
Gemeinsamen Arbeitsausschusses 5 "Optisches Signalwesen und Kennfarben" der 
Fachnormenausschüsse Farbe (FNF) und Dichttechnik (FND) im Deutschen Normen 
ausschuß überarbeitet und schließlich verabschiedet wurde. Bei der bestehen 
den guten fachlichen Zusammenarbeit mit den nordischen Staaten wurde, das Bei 
blatt 5 an die’ Nautische Prüfkammer in Kopenhagen und an die Seezeichenver 
waltung in Helsinki gesandt, um möglichst einen Angleich der in diesen Län 
dern in Bearbeitung befindlichen Farbgrenzen an die deutschen Normen zu er 
reichen. Im November fand ein persönlicher Gedankenaustausch mit Vertretern 
der dänischen Nautischen Prüfkammer statt, bei dem sich eine weitgehende Über 
einstimmung über die zweckmäßige Wahl der Farbgrenzen ergab, 
Die Arbeiten zur Erhöhung der Genauigkeit des Färbglasprüfgerätes und 
zur Erweiterung des Meßbereiches auch auf die Messung blauer Signalgläs'er 
wurden fortgesetzt. 
c) Lote und Logge; Als Vorbereitung für die’ ozeanographischen Aufgaben 
während der Fahrten des VFS "Gauss" im IGJ wurden Loterprobungen, auf großen 
Tiefen in der Biskaya düxchgeführt. Zur Anwendung kamen Schallfrequenzen., 
die niedriger liegen als die bisher in der Schiffahrt üblichen Frequenzen. 
Es ist gelungen, mit großer Sicherheit Tiefen his zu 5 000 m mit dem Echo 
graphen zu registrieren, so daß die Erwartung gerechtfertigt ist, noch weit 
größere Tiefen mit Schreibern erfassen zu können. 
Die bisherigen Vermessungsletschreiber sind mit Zungenfrequenzmessem 
ausgerüstet, mit deren Hilfe die Schreibgriffelgeschwindigkeit auf die je-
	        
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