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Nautische Technik
Schiffen im Seegang. Für eine ausreichende genaue Gewinnung der Eigenperiode
von Schiffen im Seegang konnte ein verhältnismäßig einfaches für die Praxis
geeignetes Verfahren angegeben werden.
Die im Vorjahresbericht angeführte Autokorrelationsmethode zur Analyse ,
von Schwingungsregistrierkurven mußte, einstweilen unterbrochen werden, da es
bisher nicht gelang, ein hierfür benötigtes elektronisch arbeitendes Multi*!
plikatiönsgerät zu beschaffen.
Das Kreiselprüffeld prüfte 11? Kreiselkugeln bzw* Trichterschwimmer.
Davon wurden 14 Kreiselkugeln instandgesetzt. Zwei komplette Kreiselkompaß-
anlagen wurden aus eigenen Beständen zusammengestellt, aufgearbeitet und an
bundeseigene Fahrzeuge abgegeben, zwei Anlagen wurden grundüberholt und wie
der eingebaut., drei Anlagen wurden auf Neubauten eingebaut, Bordreparaturen
an Kreiselkompaß- und MKP-Anlagen auf bundeseigenen Schiffen wurden in 109
Fällen ausgeführt. Eine große Anzahl einzelner Teile von Kreiselkompaß- und
MKF-Anlagen wurde instandgesetzt und geprüft. Im Rahmen der Verlegung des
Kreiselprüffeldes wurde eine Anzahl neuer Prüftafeln angefertigt, die vor
handenen Prüfeinrichtungen, gründlich überholt und teilweise erweitert,
b) Astronomische und optische Geräte. Für das Normblatt DIN .6163 "Opti
sche Signale im Verkehr" wurde das Beiblatt 5 "Farben und Farbgrenzen für
Signallichter an Wasserfahrzeugen" entworfen, das in mehreren Sitzungen des
Gemeinsamen Arbeitsausschusses 5 "Optisches Signalwesen und Kennfarben" der
Fachnormenausschüsse Farbe (FNF) und Dichttechnik (FND) im Deutschen Normen
ausschuß überarbeitet und schließlich verabschiedet wurde. Bei der bestehen
den guten fachlichen Zusammenarbeit mit den nordischen Staaten wurde, das Bei
blatt 5 an die’ Nautische Prüfkammer in Kopenhagen und an die Seezeichenver
waltung in Helsinki gesandt, um möglichst einen Angleich der in diesen Län
dern in Bearbeitung befindlichen Farbgrenzen an die deutschen Normen zu er
reichen. Im November fand ein persönlicher Gedankenaustausch mit Vertretern
der dänischen Nautischen Prüfkammer statt, bei dem sich eine weitgehende Über
einstimmung über die zweckmäßige Wahl der Farbgrenzen ergab,
Die Arbeiten zur Erhöhung der Genauigkeit des Färbglasprüfgerätes und
zur Erweiterung des Meßbereiches auch auf die Messung blauer Signalgläs'er
wurden fortgesetzt.
c) Lote und Logge; Als Vorbereitung für die’ ozeanographischen Aufgaben
während der Fahrten des VFS "Gauss" im IGJ wurden Loterprobungen, auf großen
Tiefen in der Biskaya düxchgeführt. Zur Anwendung kamen Schallfrequenzen.,
die niedriger liegen als die bisher in der Schiffahrt üblichen Frequenzen.
Es ist gelungen, mit großer Sicherheit Tiefen his zu 5 000 m mit dem Echo
graphen zu registrieren, so daß die Erwartung gerechtfertigt ist, noch weit
größere Tiefen mit Schreibern erfassen zu können.
Die bisherigen Vermessungsletschreiber sind mit Zungenfrequenzmessem
ausgerüstet, mit deren Hilfe die Schreibgriffelgeschwindigkeit auf die je-