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Full text : Jahresbericht 1957

Jahresbericht  Nr.12/1957

-  Seite  38  -

das  Erscheinen  zweier  Kometen,  das  Auftreten  zahlreicher  Polarlichter  und  der
Orkan  Carrie,  dessen  bedauerliche  Auswirkungen  vielleicht  mit  Anlaß  gewesen
sind,  daß  eine  Seihe  von  Berichten  hierüber  einging.
Die  Beschäftigung  mit  historischen  Instrumenten  wurde,  soweit  dafür  Zeit
blieb,  im  Berichtsjahre  fortgesetzt.
3,  Zeitdienst  und  Chronometrie
a)  Allgemeines.  Einer  Empfehlung  der  Internationalen  Astronomischen
Union,  Kommission  31  (Zeit),  folgend,  wurden  vom  1.  November  1957  an  die  bis
dahin  ausgestrahlten  rhythmischen  (Koinzidenz-)  Signale  durch  Sekundensignale ­
  mit  Minutenkennung  -  englisches  System  -  ersetzt.
Seit  dem  1.  August  1957  nimmt  der  Zeitdienst  voll  an  den  Längen-  und
Breitenbeobachtungen  des  Internationalen  Geophysikalischen  Jahres  1957/58
teil.  Dank  der  Zuweisung  von  Geldmitteln  durch  den  Bund  und  die  Deutsche  Forschungsgemeinschaft ­
  stehen  für  den  tags  und  nachts  durchlaufenden  Zeitsignaldienst ­
  sowie  für  die  astronomischen  Beobachtungen  an  zwei  Instrumenten
sechs  zusätzliche  Stellen  für  Mitarbeiter  zur  Verfügung,  von  denen  jedoch
eine  mangels  geeigneter  Bewerber  bis  zum  Ende  des  Berichtsjahres  leider  unbesetzt ­
  bleiben  mußte.
b)  Zeitbestimmung.  Am  70  mm-Durchgangs-Instrument  wurden  von  8  Beobachtern ­
  insgesamt  1-77  astronomische  Zeitbestimmungen  angestellt.  Das  90  mm-Durchgangs ­
  -Instrument,  das  die  Hamburger  Sternwarte  entgegenkommenderweise  für  die
Dauer  der  Überholung  des  70  mm-Durchgangs-Instruments  zur  Verfügung  gestellt
hat,  konnte  noch  nicht  in  Betrieb  genommen  werden,  da  die  hierfür  erforderlichen ­
  Werkstattarbeiten  sowie  die  Anpassung  des  Instrumentes  an  die  elektrischen ­
  Anlagen  des  Zeitdienstes  wegen  der  Fertigstellung  des  photographischen
Zenitfernrohres  zurückgestellt  werden  mußten.  Wie  im  Vorjahre  wurden  mit  der
Hamburger  Sternwarte  wieder  laufend  die  Ergebnisse  astronomischer  Zeitbestimmungen ­
  und  Quarzuhrkontakte  ausgetauscht.
Die  Lücken,  die  sich  in  dem  bisher  benutzten  und  nur  aus  PK3-Sternen
bestehenden  Beobachtungsprogramm  befanden,  wurden  für  die  astronomischen
Zeitbestimmungen  während  des  Internationalen  Geophysikalischen  Jahres  1957/58
durch  62  Sterne  des  EK3  supp,  ausgefüllt.  Die  mittleren  Örter  dieser  Sterne
für  1957.0  und  1958.0  sowie  ihre  Sterngrößen  a,  b,  c  und  d  wurden  berechnet.
Aus  den  eigenen  Zeitbestimmungen  wurden  durch  Anschlüsse  an  eine  Quarzuhr ­
  der  Physikalisch-Technischen  Bundesanstalt  sowie  eine  englische  Quarzuhr
die  jährlichen  Schwankungen  der  Erdrotation  für  die  Jahre  1955  und  1956  ermittelt ­
  und  mit  den.  Werten  anderer  Zeitdienstinstitute  verglichen.
Für  den  Pfeiler  des  photographischen  ZenitfernrOhres  wurde  die  geographische ­
  Breite  aus  Gestirnshöhen  nach  drei  verschiedenen  Methoden  mit  hoher
Genauigkeit  bestimmt.  Die  geographische  Länge  wurde  durch  geodätischen  Anschluß ­
  an  die  Länge  des  70  mm-Durchgangs-Instrumentes  vorläufig  festgelegt.
            
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