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Full text: Jahresbericht 1957

Gezeiten, Hautische Astronomie, Zeltdienst 
- Seite 37 - 
etwas Zeit; auch wirkte sich der Personalwechsel im Dezernat auf alle Arbeits- 
gehiete aus. Das Manuskript für 1960 wurde in Angriff genommen. Dahei sind 
nunmehr die aus England zur Verfügung gestellten Unterlagen für den Mond 
nicht mehr unmittelbar verwendbar, da sie für Ephemeridenzeit berechnet sind, 
das Nautische Jahrbuch aber an MGZ festhält und der Unterschied die Mondörter 
beeinflußt. Bei allen anderen Gestirnen, selbst bei der Venus , bleibt die Aus 
wirkung auf die Ephemeride innerhalb 0,05', braucht also nicht berücksichtigt 
zu werden. Die astronomischen Unterlagen für den Fischereialmanach wurden in 
tibereinstimmung mit der Jahrbuchform 2usammengestellt. 
Die Auskünfte und Berechnungen, die seitens des Dezernates in astrono- 
mischen und nautisch-astronomischen Fragen erstellt wurden, bezogen sich wie 
immer hauptsächlich auf die Auf- und Untergänge von Sonne und Mond, Außer an 
das Seewetteramt und für den Gezeitenkalender wurden sie vor allem für foren 
sische Zwecke- gegeben. 
Die Frage des Kollisionsschutzes durch Radar oder andere elektronische 
Hilfsmittel wurde eingehend geprüft, diese Arbeit fand auf Wunsch des BVM ih 
ren Niederschlag in zwei Vorträgen auf der Dreinationentagung in London über 
den Kollisionsschutz. Die Wirksamkeit des Kursradargerätes, der wichtigsten 
Neuerscheinung zu dieser Frage, wurde durch das Entgegenkommen der DEBEG zwei 
mal auf einem Fahrzeug im Hafen studiert. Das Dezernat nahm an einer Fahrt 
der "Gauss" mit diesem Gerät und an den anschließenden ergebnisreichen Be 
sprechungen über diese Erprobung teil. 
Beim Vergleich der Funkortungsverfahren, der im Ausschuß für Funkortung 
weiterbearbeitet wurde und dort vor dem Abschluß steht, verstärkte sich die 
leilnahme des Dezernates: ein über diese Arbeit vor dem Ausschuß des Seever 
kehrsbeirats für die Angelegenheiten des D.H.I. gehaltener Vortrag wurde näm 
lich zum Ausgangspunkt der zusammenfassenden Darstellung, die im Benehmen mit 
Lufthansa und DEBEG in Hamburg bearbeitet wird. Diese Arbeit führte auch zu 
einer leider nur theoretisch möglichen Beschäftigung mit neuen amerikanischen 
Vorschlägen (Cytac, Loran G, Navaglobe-Navarho), die zwar erst in Entwicklung 
sind aber den Anspruch erheben, das Einheitsverfahren der Zukunft zu sein. 
Bei der beschränkten Zahl der Frequenzen für Zwecke der Ortsbestimmung ist 
eine frühzeitige Unterrichtung der deutschen Seeschiffahrt wichtig, um ihr 
Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Die Reichweite und Genauigkeit ein 
zelner Verfahren wurde weiter in Zusammenarbeit mit der DVL Oberpfaffenhofen 
■untersucht. Im Verlauf der Arbeiten wurde auch die Möglichkeit der Anwendung 
mechanischer Rechengeräte erörtert, die früheren Versuche auf diesem Gebiet 
wurden gesichtet. 
Für die Zeitschrift "Der Seewart" bedeutete der Weggang des bisherigen 
Mitarbeiters Kapt. Schnegelsberg einen Verlust. Der Eingang von Aufsätzen und 
vor allem kurzen Berichten aus der Fahrt hat sich aber im Berichtsjahr erfreu 
lich gehoben; dazu mögen allerdings einige Ereignisse beigetragen haben wie
	        
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