Gezeiten, Hautische Astronomie, Zeltdienst
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etwas Zeit; auch wirkte sich der Personalwechsel im Dezernat auf alle Arbeits-
gehiete aus. Das Manuskript für 1960 wurde in Angriff genommen. Dahei sind
nunmehr die aus England zur Verfügung gestellten Unterlagen für den Mond
nicht mehr unmittelbar verwendbar, da sie für Ephemeridenzeit berechnet sind,
das Nautische Jahrbuch aber an MGZ festhält und der Unterschied die Mondörter
beeinflußt. Bei allen anderen Gestirnen, selbst bei der Venus , bleibt die Aus
wirkung auf die Ephemeride innerhalb 0,05', braucht also nicht berücksichtigt
zu werden. Die astronomischen Unterlagen für den Fischereialmanach wurden in
tibereinstimmung mit der Jahrbuchform 2usammengestellt.
Die Auskünfte und Berechnungen, die seitens des Dezernates in astrono-
mischen und nautisch-astronomischen Fragen erstellt wurden, bezogen sich wie
immer hauptsächlich auf die Auf- und Untergänge von Sonne und Mond, Außer an
das Seewetteramt und für den Gezeitenkalender wurden sie vor allem für foren
sische Zwecke- gegeben.
Die Frage des Kollisionsschutzes durch Radar oder andere elektronische
Hilfsmittel wurde eingehend geprüft, diese Arbeit fand auf Wunsch des BVM ih
ren Niederschlag in zwei Vorträgen auf der Dreinationentagung in London über
den Kollisionsschutz. Die Wirksamkeit des Kursradargerätes, der wichtigsten
Neuerscheinung zu dieser Frage, wurde durch das Entgegenkommen der DEBEG zwei
mal auf einem Fahrzeug im Hafen studiert. Das Dezernat nahm an einer Fahrt
der "Gauss" mit diesem Gerät und an den anschließenden ergebnisreichen Be
sprechungen über diese Erprobung teil.
Beim Vergleich der Funkortungsverfahren, der im Ausschuß für Funkortung
weiterbearbeitet wurde und dort vor dem Abschluß steht, verstärkte sich die
leilnahme des Dezernates: ein über diese Arbeit vor dem Ausschuß des Seever
kehrsbeirats für die Angelegenheiten des D.H.I. gehaltener Vortrag wurde näm
lich zum Ausgangspunkt der zusammenfassenden Darstellung, die im Benehmen mit
Lufthansa und DEBEG in Hamburg bearbeitet wird. Diese Arbeit führte auch zu
einer leider nur theoretisch möglichen Beschäftigung mit neuen amerikanischen
Vorschlägen (Cytac, Loran G, Navaglobe-Navarho), die zwar erst in Entwicklung
sind aber den Anspruch erheben, das Einheitsverfahren der Zukunft zu sein.
Bei der beschränkten Zahl der Frequenzen für Zwecke der Ortsbestimmung ist
eine frühzeitige Unterrichtung der deutschen Seeschiffahrt wichtig, um ihr
Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Die Reichweite und Genauigkeit ein
zelner Verfahren wurde weiter in Zusammenarbeit mit der DVL Oberpfaffenhofen
■untersucht. Im Verlauf der Arbeiten wurde auch die Möglichkeit der Anwendung
mechanischer Rechengeräte erörtert, die früheren Versuche auf diesem Gebiet
wurden gesichtet.
Für die Zeitschrift "Der Seewart" bedeutete der Weggang des bisherigen
Mitarbeiters Kapt. Schnegelsberg einen Verlust. Der Eingang von Aufsätzen und
vor allem kurzen Berichten aus der Fahrt hat sich aber im Berichtsjahr erfreu
lich gehoben; dazu mögen allerdings einige Ereignisse beigetragen haben wie