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Jahresbericht Br.12/1957
Die Kartei der Meßpunkte wurde weiter ergänzt und die Werte der auslän
dischen Observatorien in graphischen Darstellungen zusammengetragen. Aus wis
senschaftlichen Veröffentlichungen, aus den eingegangenen Seekarten und See
handbüchern des Auslandes wurden Mißweisungswerte und Säkularvariationen und
für einen Störungs-Atlas "Gebiete unsicherer Mißweisung" ausgezogen.
4. Auswertung Und Ergebnisse
Kür die Seehandbücher "Westindien I", "Westküste Frankreich" , "Nordsee,
nördlicher Teil", "Nordsee, östlicher Teil”, "Nord- und Westküste Spaniens
und Küste Portugals", "Ostsee, südlicher Teil", "Belte und Sund" wurde die
Bearbeitung der Beiträge über "Allgemeine meereskundliche Verhältnisse",
"Meeresboden", "Eis" und "Erdmagnetismus" sowie der meereskundlichen Karten,
Bodenkarten und Mißweisungskarten, teils abgeschlossen, teils begonnen. Auf
bereitete Beobachtungen wurden für die Beiträge über "Gezeitenströme" zur
Verfügung gestellt.
Vorbereitende Arbeiten'für das "Dampferhandbuch für den Indischen Ozean"
sowie die Neubearbeitung der "Monatskarten für den Indischen Ozean" sind im
Gange.
Die Untersuchungen über den windbedingten Oberflächenstrom auf Grund
von Eeuerschiffs-Beobachtungen wurden vorläufig abgeschlossen.
Untersuchungen über die Lokalisierung von EisChansammlungen durch ther-
mometrisehe Methoden wurden in Zusammenarbeit mit dem Institut für Seefi
scherei der Bundesanstalt für Fischerei durchgeführt. Für einige Fischarten
lassen sich praktische, in der Fischerei anwendbare Methoden angeben, die
auf dem FAO-Kongreß im Oktober 1957 vorgelegt wurden.
Als vorbereitende Arbeit für die Überwachung des Meerwassers auf radio
aktive Beimengungen wurden theoretische Untersuchungen über die horizontale
Diffusion im Meere durchgeführt und an bekannten Vermischungsvorgängen ge
prüft. Es wurde eine Methode entwickelt, die gestattet, gewisse Voraussagen
über die Ausbreitung einer diffundierenden Substanz zu machen. Diese Unter
suchungen .werden fortgesetzt.
Die Bearbeitung der Trübungsuntersuchungen mit "Anton Dohrn" in der
Irminger-See wurde abgeschlossen. Danach besteht die Möglichkeit, daß plötz
liche Wasserumschichtungen im Südwesten Islands Schwankungen im Planktonreich-
tum und damit in den Fischbeständen dieses Seegejoietes verursachen. Doch be
darf diese Hypothese einer weiteren Prüfung durch Beobachtungen.
Die Untersuchungen zur Verbesserung einer wissenschaftlich fundierten
Eisvorhersage wurden weitergeführt. Nachdem der Einfluß der Lufttemperatur
und der Großwetterlagen auf die Eisbildung in großen Zügen bekannt ist, wird
das Hauptaugenmerk auf den Zusammenhang zwischen den hydrographischen Faktoren
und der Eisbildung gerichtet.