Jahresbericht Nr. 13/1958
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zentral gesammelt und hinsichtlich der sich ergebenden Erkenntnisse ausge
wertet.
Von den mit Peilfunkanlagen ausgerüsteten Schiffen liegt inzwischen eine
ganze Seihe von Punkbeschickungsaufnahmen vor, von denen solche von Schiffen
gleicher Größe und Bauart vergleichbare Punkbeschickungswerte ergeben. So
zeigen z.B, Küstenmotorschiffe der Größenordnung 500 BRI, Länge etwa 50 m,
D-Werte von im Mittel etwa 8 Grad. Schiffe der gleichen Type, die im Gegen
satz zu den bisher erwähnten mit zwei Pfahlmasten, die durch eine Traverse
verbunden sind, ausgerüstet sind, zeigen durchweg höhere Punkbeschickungs
werte (über 14 Grad). In diesen Pallen wird mit Rücksicht auf eine größere
Peilgenauigkeit bei Drehrahmenpeilern eine Kompensierung empfohlen, die sich
mit verhältnismäßig einfachen Mitteln erreichen läßt. Schon dieses eine Bei
spiel zeigt, wie wichtig es ist, daß alle Punkbeschickungsaufnahmen zentral
ausgewertet werden, da sich dadurch wichtige Erkenntnisse und Forderungen
bezüglich des Einbaues und der Aufnahme der Punkbeschickung ergeben.
Bei den Einzelabnahmeprüfungen von Radaranlagen wurde bei der Gesamtaus
wertung das Hauptaugenmerk auf das Auftreten von Peilfehlern infolge Aus-
wanderns des Bildmittelpunktes bei Kursänderungen des Schiffes gerichtet.
Bei Radaranlagen, die eine von außen am Gerät einstellbare Zentrierung des
Bildmittelpunktes zulassen, muß festgestellt werden, welcher Betrag der
Kursänderung eine solche Verschiebung des Bildmittelpunktes bewirkt, daß
eine Nachzentrierung erforderlich wird. Bei Anlagen, die diese Möglichkeit
nicht aufweisen, ist die dann erforderliche magnetische Schirmung der Bild
röhren inzwischen so ausgeführt, daß bei Vermeidung des Einbaues von magne
tischen Geräten in der Nähe des Sichtgerätes praktisch keine Mittelpunkt-
Verschiebung bei Kursänderungen auftritt.
Die noch zu erlassenden Richtlinien für die Prüfung und den Einbau von
Ortungsfunkanlagen und für die Durchführung der Punkbeschickung wurden auf
gestellt und sollen demnächst mit den zuständigen Stellen abgestimmt werden.
b) Oonsol. Infolge der Teilnahme des VPS "Gauss" an dem Programm des IGJ
mußten weitere Versuohsaufgaben im wesentlichen auf interne Arbeiten be
schränkt bleiben. Grundsätzlich sind Zähler und Schreiber so weit erprobt,
daß nunmehr die Präge der Störanfälligkeit des Consol-Verfahrens behandelt
werden kann. Vom neuen amerikanischen CPP Nantucket wurden an Bord des VPS
"Gauss" im Atlantik oszillographische Aufnahmen gemacht, aus denen verglei
chende Betrachtungen zu den europäischen CPP hinsichtlich der Betriebsbedin
gungen dieses Zweimast-Consol-Systems angestellt wurden.
c) Funkpeilung. Zur Klärung der Ursachen der auf Schiffen durch Rück
strahler verursachten Peilstörungen im Grenzwellenbereich wurden systemati
sche Untersuchungen mit definierten künstlich am Peilort aufgebrachten
halbkreisigen und viertelkreisigen Rückstrahlern ausgeführt, mit denen sich
alle an Bord auftretenden Erscheinungen (Kleben und Rückdrehung der Peilung,