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Full text: Jahresbericht 1958

Gezeiten, Nautische Astronomie, Zeitdienst 
Seite 43 - 
o) Zeitbewahrung. Die während des Berichtsjahres im Zeitdienst einge 
setzten eigenen 9 Quarzuhren zeigten unterschiedliche Gangleistungen. Zwei 
der Uhren mußten wegen grober Gangstörungen gegen Ende des Jahres von der 
Herstellerfirma gründlich überholt werden. 
Bei den selbst gebauten Quarzuhren wird vermutet, daß die Gangleistungen 
von der Stromversorgung abhängen; dieser Mangel konnte jedoch-wegen der 
Inanspruchnahme durch das Internationale Geophysikalische Jahr noch nicht 
behoben werden. Auch die Quarze für die weiteren vier gleichartigen Uhren 
konnten noch nicht beschafft werden. 
Über eine festgeschaltete'Leitung wurden, wie im Vorjahre, laufend Quarz 
uhrenkontakte und -frequenzen mit dem Fernmeldetechnischen Zentralamt der 
Deutschen Bundespost in Darmstadt ausgetauscht. Wie bisher wurden wöchent 
lich zweimal die Kontakte einer Quarzuhr der Physikalisch-Technischen Bun 
desanstalt, Braunschweig, übertragen und diese Uhr über die Quarzuhren des 
Instituts an die astronomischen Zeitbestimmungen angeschlossen. 
Durch die tägliche Registrierung drahtlos übermittelter Meßmarken einer 
von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt bei der Punksendestelle Main 
flingen betriebenen Steuerquarzuhr für Frequenz- und Zeitzeichenaussendung 
wurde die Anzahl der dem Zeitdienst insgesamt zur Verfügung stehenden eige 
nen und fremden Quarzuhren auf 16 erhöht. 
Diese Zahl erhöhte sich von Anfang März an weiter dadurch, daß eine neu 
artige Normalzeitanlage der Firma Rohde und Schwarz, München, zur Erprobung 
aufgestellt wurde. 
d) Zeitkundgebung. Um bei der Aussendung der eigenen Signale über die ver 
schiedenen Sender der Punksendestelle Norddeich eine möglichst gleiche und 
konstante Leitungsverzögerung zu gewährleisten, wurden umfangreiche Messun 
gen und Versuche angestellt. 
Am 1. November wurde die Ausstrahlung des internationalen Hauptsignals 
von 23.55 Uhr bis 24.00 Uhr MEZ über den Deutschen Langwellensender auf 
151 kHz = 1986 m mit einer Sendeleistung von 25 kW aufgenommen. 
Die in Gemeinschaft mit der Deutschen Bundespost und der Physikalisch- 
Technischen Bundesanstalt durchgeführte Ausstrahlung von SekundenSignalen 
mit Minutenkennung für geodätische Zwecke über den Sender Mainflingen 
DGP 77 auf 77-5 kHz = 3871 m mit einer Sendeleistung von 12'kW erfolgte 
bis zum 2. September mit dem Tagesprogramm, vom 3. September bis Jahres- 
s.chluß mit dem Tag- und Nachtprogramm als Versuehssendung und wird nun 
mehr nach Genehmigung durch den Herrn Bundesminister für das Post- und , 
Fernmeldewesen am 1. Januar 1959 mit vollem Programm offiziell beginnen. 
Die Zusammenstellung der vom Institut täglich abgegebenen Punkzeitsigna 
le - im Winter 24, im Sommer 26 - hat hinsichtlich der Stationen und Sende- 
frequenzen sowie Sendestärken und -Zeiten verschiedentliche Änderungen er
	        
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