Gezeiten, Nautische Astronomie, Zeitdienst
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o) Zeitbewahrung. Die während des Berichtsjahres im Zeitdienst einge
setzten eigenen 9 Quarzuhren zeigten unterschiedliche Gangleistungen. Zwei
der Uhren mußten wegen grober Gangstörungen gegen Ende des Jahres von der
Herstellerfirma gründlich überholt werden.
Bei den selbst gebauten Quarzuhren wird vermutet, daß die Gangleistungen
von der Stromversorgung abhängen; dieser Mangel konnte jedoch-wegen der
Inanspruchnahme durch das Internationale Geophysikalische Jahr noch nicht
behoben werden. Auch die Quarze für die weiteren vier gleichartigen Uhren
konnten noch nicht beschafft werden.
Über eine festgeschaltete'Leitung wurden, wie im Vorjahre, laufend Quarz
uhrenkontakte und -frequenzen mit dem Fernmeldetechnischen Zentralamt der
Deutschen Bundespost in Darmstadt ausgetauscht. Wie bisher wurden wöchent
lich zweimal die Kontakte einer Quarzuhr der Physikalisch-Technischen Bun
desanstalt, Braunschweig, übertragen und diese Uhr über die Quarzuhren des
Instituts an die astronomischen Zeitbestimmungen angeschlossen.
Durch die tägliche Registrierung drahtlos übermittelter Meßmarken einer
von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt bei der Punksendestelle Main
flingen betriebenen Steuerquarzuhr für Frequenz- und Zeitzeichenaussendung
wurde die Anzahl der dem Zeitdienst insgesamt zur Verfügung stehenden eige
nen und fremden Quarzuhren auf 16 erhöht.
Diese Zahl erhöhte sich von Anfang März an weiter dadurch, daß eine neu
artige Normalzeitanlage der Firma Rohde und Schwarz, München, zur Erprobung
aufgestellt wurde.
d) Zeitkundgebung. Um bei der Aussendung der eigenen Signale über die ver
schiedenen Sender der Punksendestelle Norddeich eine möglichst gleiche und
konstante Leitungsverzögerung zu gewährleisten, wurden umfangreiche Messun
gen und Versuche angestellt.
Am 1. November wurde die Ausstrahlung des internationalen Hauptsignals
von 23.55 Uhr bis 24.00 Uhr MEZ über den Deutschen Langwellensender auf
151 kHz = 1986 m mit einer Sendeleistung von 25 kW aufgenommen.
Die in Gemeinschaft mit der Deutschen Bundespost und der Physikalisch-
Technischen Bundesanstalt durchgeführte Ausstrahlung von SekundenSignalen
mit Minutenkennung für geodätische Zwecke über den Sender Mainflingen
DGP 77 auf 77-5 kHz = 3871 m mit einer Sendeleistung von 12'kW erfolgte
bis zum 2. September mit dem Tagesprogramm, vom 3. September bis Jahres-
s.chluß mit dem Tag- und Nachtprogramm als Versuehssendung und wird nun
mehr nach Genehmigung durch den Herrn Bundesminister für das Post- und ,
Fernmeldewesen am 1. Januar 1959 mit vollem Programm offiziell beginnen.
Die Zusammenstellung der vom Institut täglich abgegebenen Punkzeitsigna
le - im Winter 24, im Sommer 26 - hat hinsichtlich der Stationen und Sende-
frequenzen sowie Sendestärken und -Zeiten verschiedentliche Änderungen er