Jahresbericht Nr.13/1958
V. GEZEITEN, NAUTISCHE ASTRONOMIE, ZEITDIENST
1. Gezeiten
a) laufende Arbeiten und Veröffentlichungen. Die "Gezeitentafeln für das
Jahr 1959", Band I: Europäische Gewässer, Band II: Atlantischer und Indischer
Ozean, erschienen im September und Juli 1958. Band II enthält erstmalig
wieder Angaben für den östlichen Indischen Ozean und für Australien,
unterrichtet also nunmehr über die Gezeiten des gesamten Atlantischen und
Indischen Ozeans. Mit dieser nicht unbedeutenden Erweiterung ist ein wiederholt
erhobener Wunsch der Schiffahrt erfüllt. Die Kalender der "Hoch- und
Niedrigwasserzeiten für die Deutsche Bucht und deren Elußgebiete 1959",
Gesamtausgabe und vier Teilausgaben, kamen Ende November/Anfang Dezember
1958 heraus. Etwa 50 Privatverlage, darunter auch ausländische, erwarben
Rechte zum Abdruck von Gezeitenvorausberechnungen in nautischen Almanachen,
größeren Kalendern und Tageszeitungen.
Die Gezeitentafeln I960 werden in demselben Umfang erscheinen wie der
Jahrgang 1959- Einiger Wechsel in den außereuropäischen Bezugsorten nötigte
jedoch zu Umarbeitungen im Teil IX des Bandes II; dabei hat sich die
seit einigen Jahren aufgebaute und laufendgehaltene Kartei der Gezeitengrundwerte
wieder als sehr nützlich erwiesen. Die Druckvorlagen für beide
Bände des Jahrgangs I960 waren am Jahresende zu etwa zwei Dritteln fertiggestellt.
Von den ausführlichen- Vorausberechnungen 1959 für die deutschen Bezugsorte
beruhen die Angaben für Cuxhaven, Hamburg, Bremerhaven, Wilhelmshaven
und Emden auf harmonischen Darstellungen der Ungleichheiten in Hoch- und
Niedrigwasserzeit und -höhe; die Angaben für die übrigen Orte sind vorläufig
noch aus den vorgenannten durch Anbringen nonharmonischer veränderlicher
Differenzen abgeleitet. Vom Jahrgang 1961 an werden auch die Vorausberechnungen
für Borkum, Norderney, Bremen und Husum nach dem neuen Verfahren
angefertigt werden. Mit der Gezeitenrechenmaschine II waren außer den
weiter angewachsenen ausländischen Aufträgen, die vorwiegend die Berechnung
von stündlichen Wasserständen und von Gezeitenströmen betrafen, verschiedene
Probeberechnungen zum Vergleich mit analysierten Wasserständen auszuführen;
ferner waren 30 Monatskurven, die die Gezeitenformen veranschaulichen,
für Bezugsorte zu zeichnen, die neu in die Gezeitentafeln 1959 aufgenommen
oder deren harmonische Gezeitenkonstanten neu ermittelt sind, schließlich
verschiedene Schwereberechnungen für geodätische Zwecke.
Wie bisher stellten die Wasser- und Schiffahrts-, Wasserwirtschafts- und
Hafenverwaltungen des deutschen Küstenbereichs ihre Wasserstands- und Strombeobachtungen
hach Bedarf zur Verfügung. Von rund 100 Pegeln des Gezeitengebietes
wurden die Hoch- und Niedrigwasserbeobachtungen laufend gesammelt,
dabei die Pegelaufzeichnungen zum Teil gemeinsam mit den Aufsichtsbehörden
ausgewertet, sonst deren Wasserstandslisten verwendet. Der mittlere Wasser--
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