Jahresbericht Nr. 13/1958
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Prüfung der Ortungsfuhkanlagen an Bord begonnen. Bisher sind rund 450 Funk
peiler und Radargeräte auf über 300 Schiffen dieser Prüfung unterzogen
worden.
Die Bestimmung magnetischer Schutzabstände durch das Deutsche Hydrographi
sche Institut fand in steigendem Maße das Interesse der Geräteindustrie,
wobei einzelne Firmen wiederholt Messungen vornehmen liessen, um durch Ände
rungen ihrer Geräte die geringstmögliche Störwirkung auf den Magnetkompaß
zu erreichen. Auf Grund umfangreicher Labormessungen der kompensierenden
Wirkung von Plindersstangen verschiedener Stärke bis zu 1,20 m länge wurden
die Unterlagen für die Durchführung einer breitenbeständigen Kompensierung
in extremen Fällen ergänzt, wie sie neuerdings auf Schiffsneubauten wieder
holt vorgekommen sind.
Nach Inkrafttreten der "Verordnung über Positionslaternen" am 1.8.1958
wurden anschließend vom Deutschen Hydrographischen Institut die neuen "Zu
lassungsbedingungen für Positionslaternen" herausgegeben.
Speziell für die "Gauss"-Porschungsfahrten im Rahmen des Internationalen
Geophysikalischen Jahres wurde zum feil aus Sondermitteln eine neue schrei
bende Tiefsee-Echolotanlage erstellt. Sie arbeitet mit einer Schallfrequenz
von 12 kHz, die von einem Röhrengenerator erzeugt wird. Besondere Aufmerk
samkeit war der Kontrolle der Drehzahlkonstanz des Antriebsmotors für den
Schreibstift gewidmet, die in erster Linie die Schreibgenauigkeit bestimmt;
sie konnte um über eine Größenordnung verbessert werden. Die Anlage hat sich
gut bewährt.
Die öffentlichen Dienste des Instituts, der nautische Warndienst, der
Sturmflut-Warndienst sowie der Eisdienst wurden in gewohnter Weise fortge
führt .
Das Deutsche Hydrographische Institut war auf der 5* Tagung des Sonderaus
schußes für das Internationale Geophysikalische Jahr in Moskau vertreten
sowie auf den Tagungen des International. Advisory Committee on Marine
Sciences, des Special Committee on Oceanic Research sowie des International
Council for the Exploration of the Sea in Kopenhagen.
Die Deutsche Hydrographische Zeitschrift konnte im abgelaufenen Jahr mit
insgesamt 8 Heften erscheinen, davon 3 Hefte des 10. Jahrgangs (1957). Der
10. Jahrgang schließt mit einem 10-Jahresregister.
Die Bibliothek erhält z.Zt. 1529 periodisch erscheinende Drucksachen mit
insgesamt 25 489 Heften im Jahr aus 86 verschiedenen ländern, woran hinter
Deutschland die Vereinigten Staaten von Amerika den Hauptanteil haben.
Der Tauschverkehr wurde im abgelaufenen Jahr straffer zusammengefaßt mit
dem Ziel der Intensivierung; die Zahl der Tauschpartner hat sich daher nicht
wesentlich geändert, wohl aber ist das Tauschvolumen in beiden Richtungen
erneut gestiegen.