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Full text: Jahresbericht 1959

Jahresbericht Nr.14/1959 
- Seite 50 - 
d) Radarreflektoren. Die Erprobung von Radarreflektoren wurden mit VS 
"Süderoog" auf sechs Fahrten auf der Jade und Emsmündung fortgesetzt. Es 
ergaben sich dabei weitere Erkenntnisse über notwendige konstruktive Maß 
nahmen. Die Präge der amtlichen Zulassung solcher Reflektoren wurde noch 
zurückgestellt, da - wie auch im Ausland - noch keine endgültigen Erfahrun 
gen über deren Brauchbarkeit bei größeren Windstärken und schwerer See vor 
liegen. Um solche Erprobungen durchführen zu können, wurde ebenfalls auf 
Helgoland, und zwar auf der Westmole, ein Radar-Versuchsstand mit einer 
Atlas 1500-Anlage aufgebaut. Es konnten bisher nur orientierende Versuche 
durchgeführt werden, da noch keine anhaltende Sturmwetterlage auftrat. Zur 
Erprobung lagen einige spezielle vom D.H.I. entwickelte Ausführungsformen 
von frei schwimmenden Spierenreflektoren vor, deren Eignung bis Windstärke 
8 nachgewiesen wurde. Ein Muster dieser Spierenausführung wurde am 4.9.1959 
auf einer Sitzung des Fachausschusses 3 im "Ausschuß für Funkortung" vor 
gestellt. Die "Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger" in Bremen 
hat dankenswerterweise ihre Rettungsfahrzeuge zur Unterstützung dieser 
Erprobungen zur Verfügung gestellt. 
Zur Aufnahme der Richtdiagramme und zur Bestimmung des Rückstrahlquer 
schnitts von Radarreflektoren wurden ergänzende Messungen in Zusammenarbeit 
mit dem motorisierten Meßtrupp des Seezeichenversuchsfeldes, Koblenz, durch 
geführt. Als geeignetes Versuchsgelände erwies sich der Plöner See. Die Er 
gebnisse dieser ersten Messungen konnten bereits für die konstruktive Aus 
bildung der Versuchsmodelle der Spierenreflektoren verwendet werden. 
3. Prüfung nautischer Geräte, navigatorische Abnahme 
prüfungen von Ortungsfunkanlagen, Schiffsmagnetis 
mus und Kompaßregulierungen, nautische Auskünfte. 
a) Allgemeines. Im Berichtsjahr wurden bei dem Institut in Hamburg und 
bei den Außendienststellen insgesamt 36 101 Prüfungen vorgenommen und 
34 200 Geräte attestiert. Trotz der vermehrten Anforderungen der Seeschiff 
fahrt in Bezug auf Prüfung nautischer Geräte konnten durch Verbesserungen 
der Prüfeinrichtungen, insbesondere durch Aufstellung moderner Kompaßprüf 
stände, Ausstattung von zwei weiteren Laternenprüfstellen mit objektiven 
Photometern, Herrichtung von verbesserten Prüfeinrichtungen für die Schiffs 
thermometerprüfung, alle Aufgaben termingerecht abgewickelt werden. Ledig 
lich die Bordprüfungen der Ortungsfunkanlagen auf navigatorische Eignung 
konnten aus Personalmangel nicht so durchgeführt werden, wie es die Bestim 
mungen der Funksicherheitsverordnung vorschreiben. Von den 1268 bisher auf 
deutschen Schiffen eingesetzten Radaranlagen sind in den Jahren 1958 und 
1959 bisher erst 108 bzw. 130 Anlagen auf ihre navigatorische Eignung ge 
prüft worden. Auf die bei den Abnahmeprüfungen festgestellten Fehler wird 
unter g) näher eingegangen. Zusammenfassend muß aber auf Grund der Abnah 
meprüfungen der Radaranlagen (nur 10$ der Anlagen ergaben keine Beanstan 
dungen) festgestellt werden, daß ohne diese und eine regelmäßig durchzu-
	        
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