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Full text: Jahresbericht 1959

- Seite 45 - 
nautische Technik 
erfolgreich durchgeführt werden, daß für die Feldmeßsonden eine doppel- 
sehalige Mu-Metall-Absehirmung beschafft wurd,e> durch die die äußeren 
Störungen ausreichend herabgesetzt werden. 
Untersuchungen über die Genauigkeit von Kreiselkompassen auf See hatten 
entgegen den Erwartungen gezeigt, daß unter Umständen beträchtliche Wei 
sungsfehler auftreten können. Die Aufklärung dieser.durch Fahrtbeschleuni- 
gungen bedingten-Fehler, ihr Bntstehungsmecbanismus und ihre eventuelle 
Verminderung oder Beseitigung standen im vergangenen Jahr im Vordergrund 
der Arbeiten. Wegen der Schwierigkeit der kompaßunabhängigen genauen 
Schiffskursbestimmung auf See wurden die Untersuchungen zur experimentellen 
Festlegung der Weisungsfehler auf einem Kraftwagen auf den. in der Nähe Ham 
burgs befindlichen Autobahnen durchgeführt. Neben der einfachen Geschwindig 
keitsmessung bietet dabei die für die einzelnen geraden Teilstücke bekannte 
azimutale Sichtung eine zuverlässige und genaue Basis zur momentanen kompaß- 
unabhängigen Kurswertfestl.egung. Entgegen der bisherigen in der Fachlitera 
tur zum Ausdruck gekommenen Anschauung läßt sich bereits jetzt feststellen, 
daß die Kompaßweisungsfehler hauptsächlich verursacht sind durch die Neigun 
gen des Kreiselsystem-lquators aus der wahren Horizontlage, wobei die Neigun 
gen unter dem Einfluß der ost-westlich gerichteten Beschleunigungskomponenten 
entstehen* Es sind Versuche im Gange, durch geeignete Maßnahmen eine bessere 
Horizontallage des Kreiselsystems und somit eine erhöhte Weisungsgenauigkeit 
des Kreiselkompasses zu erreichen. Als wesentlich für die Besohleunigungs- 
empfindlichkeit erwies sich hierbei auch die Beachtung der genauen Zentrie 
rung des Kreiselsystems. Die Untersuchungen wurden daher auch hierauf aus 
gedehnt . 
Die instrumenteile Auswertung der seinerzeit auf "Gauss" gewonnenen 
Registrierkurven der verschiedenen Schiffabewegungsgrößen kann bisher bei 
größeren Schwingungsamplituden nicht ohne Bedenken durchgeführt werden, da 
die Kurven durch eine Kreisbogenaufzeichnung verzerrt sind. Außerdem ist 
die für die Instrumenteile Auswertung erforderliche manuelle Umzeichnung 
der Registrierkurven in Schwarz-Weiß-Profilkurven recht zeitraubend. Es 
wurde deshalb die Entwicklung und der Bau eines halbautomatischen entzerren 
den ümzeichengerätes in. Angriff genommen. 
Das Gerät zur Messung der erdmagnetischen Deklination auf See befindet 
sich bei der Institutswerkstatt in der Herstellung. 
Im Kreiselkompaßprüffeld wurden im Auftrag ausländischer Besteller 
16 komplette Kreiselkompaßanlagen einer eingehenden Abnahmeprüfung unter 
zogen. Rund 100 Kreiselkugeln wurden geprüft, in etwa 40 Fällen wurden 
Kreiselkompaßanlagen an-Bord instandgesetzt. 
Für die zu Prüfzwecken .erforderliche elektrische Registrierung der Krei 
selkompaßbetriebsfrequenz 333 Hz oder 400 Hz mittels handelsüblicher Regi 
striergeräte 'wurde ein Frequenzwandler entwickelt.
	        
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