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nautische Technik
erfolgreich durchgeführt werden, daß für die Feldmeßsonden eine doppel-
sehalige Mu-Metall-Absehirmung beschafft wurd,e> durch die die äußeren
Störungen ausreichend herabgesetzt werden.
Untersuchungen über die Genauigkeit von Kreiselkompassen auf See hatten
entgegen den Erwartungen gezeigt, daß unter Umständen beträchtliche Wei
sungsfehler auftreten können. Die Aufklärung dieser.durch Fahrtbeschleuni-
gungen bedingten-Fehler, ihr Bntstehungsmecbanismus und ihre eventuelle
Verminderung oder Beseitigung standen im vergangenen Jahr im Vordergrund
der Arbeiten. Wegen der Schwierigkeit der kompaßunabhängigen genauen
Schiffskursbestimmung auf See wurden die Untersuchungen zur experimentellen
Festlegung der Weisungsfehler auf einem Kraftwagen auf den. in der Nähe Ham
burgs befindlichen Autobahnen durchgeführt. Neben der einfachen Geschwindig
keitsmessung bietet dabei die für die einzelnen geraden Teilstücke bekannte
azimutale Sichtung eine zuverlässige und genaue Basis zur momentanen kompaß-
unabhängigen Kurswertfestl.egung. Entgegen der bisherigen in der Fachlitera
tur zum Ausdruck gekommenen Anschauung läßt sich bereits jetzt feststellen,
daß die Kompaßweisungsfehler hauptsächlich verursacht sind durch die Neigun
gen des Kreiselsystem-lquators aus der wahren Horizontlage, wobei die Neigun
gen unter dem Einfluß der ost-westlich gerichteten Beschleunigungskomponenten
entstehen* Es sind Versuche im Gange, durch geeignete Maßnahmen eine bessere
Horizontallage des Kreiselsystems und somit eine erhöhte Weisungsgenauigkeit
des Kreiselkompasses zu erreichen. Als wesentlich für die Besohleunigungs-
empfindlichkeit erwies sich hierbei auch die Beachtung der genauen Zentrie
rung des Kreiselsystems. Die Untersuchungen wurden daher auch hierauf aus
gedehnt .
Die instrumenteile Auswertung der seinerzeit auf "Gauss" gewonnenen
Registrierkurven der verschiedenen Schiffabewegungsgrößen kann bisher bei
größeren Schwingungsamplituden nicht ohne Bedenken durchgeführt werden, da
die Kurven durch eine Kreisbogenaufzeichnung verzerrt sind. Außerdem ist
die für die Instrumenteile Auswertung erforderliche manuelle Umzeichnung
der Registrierkurven in Schwarz-Weiß-Profilkurven recht zeitraubend. Es
wurde deshalb die Entwicklung und der Bau eines halbautomatischen entzerren
den ümzeichengerätes in. Angriff genommen.
Das Gerät zur Messung der erdmagnetischen Deklination auf See befindet
sich bei der Institutswerkstatt in der Herstellung.
Im Kreiselkompaßprüffeld wurden im Auftrag ausländischer Besteller
16 komplette Kreiselkompaßanlagen einer eingehenden Abnahmeprüfung unter
zogen. Rund 100 Kreiselkugeln wurden geprüft, in etwa 40 Fällen wurden
Kreiselkompaßanlagen an-Bord instandgesetzt.
Für die zu Prüfzwecken .erforderliche elektrische Registrierung der Krei
selkompaßbetriebsfrequenz 333 Hz oder 400 Hz mittels handelsüblicher Regi
striergeräte 'wurde ein Frequenzwandler entwickelt.