Gezeiten, Nautische Astronomie, Zeitdienst, Rechenanlage
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Prag und Uccle sowie das Fernmeldetechnische Zentralamt der Deutschen
Bundespost in Darmstadt, die Punkmesskontrollstellen der Deutschen Bundes
post und zahlreiche deutsche Seefunkstellen durch Registrierung und Aufnahme
der auf den verschiedenen Sendefrequenzen ausgestrahlten Zeitzeichen dan
kenswerterweise unterstützten. Die Zusammenstellung der vom Institut täg
lich abgegebenen Punkzeitsignale - durch Wegfall des Nachtsignals über
Kiel-Radio DAO jetzt 23 im Winter und 25 im Sommer - hat damit hinsichtlich
der Sendefrequenzen erhebliche Änderungen erfahren. Interessenten stehen
auf Anfordem die SignalSchemata sowie die jeweils neuesten Zusammenstel
lungen der Sender, Sendezeiten und Wellenlängen zur Verfügung.
Zur Erhöhung der Betriebssicherheit, insbesondere der vom Institut nachts
abgegebenen Zeitsignale wurde ein Umschal-tfeld entwickelt und gebaut, das
bei Störungen der elektronischen Kontaktgeber sowohl den Zeitpunkt der Stö
rung festhält als auch automatisch auf die mechanischen Kontaktgeber um
schaltet und damit Signalausfälle verhindert.
Die wöchentlich einmalige Ausstrahlung der Frequenzen von 440 Hz und
1000 Hz durch den Norddeutschen Rundfunk wurde eingestellt, weil diese Fre
quenzen seit Jahresbeginn täglich durch den Sender Mainflingen DCF77 1 zur
Verfügung stehen. Dagegen hat sich in der Abgabe von 1000 Hz für Meß- und
Prüfzwecke an den Norddeutschen Rundfunk, mehrere Dienststellen der Deutschen
Bundespost und an die Instrumentenabteilung Nord des Deutschen Wetterdienstes
nichts geändert.
Die Steuerung der Hauptuhr der Bundesbahndirektion Hamburg, von der
sämtliche Bundesbahnuhren abhängen, verlief, ebenso wie die Steuerung der
zentralen Uhrenanlage der Hamburger Hochbahn, des Nord- und Westdeutschen
Rundfunkverbandes, Abt. Fernsehen, und der Hauptuhr einer Hamburger Herstel
lerfirma für Schiffs-Chronometer ohne nennenswerte Störungen.
Die Anzahl der aufgenommenen in- und ausländischen Funkzeitzeichen lag
bei etwa 60 je Tag. Der Austausch dieser an die eigenen astronomischen
Zeitbestimmungen angeschlossenen Zeitsignalaufnahmen verblieb mit ca. 125
Interessenten im Rahmen des vorjährigen Austausches.
Dank der für Erprobungszwecke im Zeitdienst vorübergehend aufgestellten
neuartigen Normalzeitanlage (s.o.) war es möglich, die Aufnahmegenauigkeit
für fast sämtliche Zeitsignale durch Benutzung des in diese Anlage einge
bauten Zeitzeichen-Oszillographen zu steigern.
Zu dem vorhandenen zählenden Frequenz- und Zeitmesser wurde ein Vorsatz
gerät entwickelt und gebaut, das dessen Benutzung als Dezimal-Counter er
möglicht und bei Zeitvergleichen automatisch Zehnermittel zu bilden gestat
tet .
d) Zeitmesserprüfdienst. Die mehrfach aufgetretenen Schwierigkeiten,
die Temperatur in .dem 4°C-Prüfabteil konstant zu halten, wurden dadurch