Jahresbericht Nr.14/1959
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Herstellerfirma im großen und ganzen bessere Gangleistungen als vorher.
Die bei den zwei im Selbstbau hergestellten Quarzuhren vermutete Abhän
gigkeit der Gangleistungen von der Stromversorgung konnte noch nicht beho
ben werden. Für die weiteren vier gleichartigen Quarzuhren wurden zunächst
zwei Quarze beschafft.
Über eine festgeschaltete Leitung wurden, wie im Vorjahre, laufend
Quarzuhrenkontakte und -frequenzen mit dem Fernmeldetechnischen Zentralamt
der Deutschen Bundespost in Darmstadt ausgetauscht. Wie bisher wurden
wöchentlich zweimal die Kontakte einer Quarzuhr der Physikalisch-Technischen
Bundesanstalt, Braunschweig, übertragen und damit diese Uhr über die Quarz
uhren des Institutes an die astronomischen Zeitbestimmungen angeschlossen.
Durch die tägliche Registrierung drahtlos übermittelter Meßmarken einer
von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt bei der Funksendestelle
Mainflingen betriebenen Steuerquarzuhr für Frequenz- und Zeitzeichenaussen-
dung stellte sich die Anzahl der dem Zeitdienst insgesamt zur Verfügung ste
henden eigenen und fremden Quarzuhren auf 16 Stück.
Diese Zahl erhöhte sich noch vorübergehend dadurch, daß während des ganzen
Berichtsjahres eine neuartige Normalzeitanlage der Firma Rohde und Schwarz,
München, im Zeitdienst zur Erprobung aufgestellt war, deren Frequenznormal
im Oktober ausgetauscht wurde.
c) Zeitkundgebung. Die bereits 1958 mit dem Ziele durchgeführten Messun
gen, eine möglichst gleiche und konstante leitungsverzögerung bei der Abstrah
lung von Zeitzeichen über verschiedene Sender zu erreichen, haben in Zusammen
arbeit mit dem Funkamt Hamburg und der Küstenfunkstelle Norddeich-Radio erste
Erfolge gezeigt. Durch Einbau anderer Relais in die Tastleitungen und entspre
chende 'Umschaltungen konnten die Unterschiede in den Leitungsverzögerungen der
einzelnen Sender erheblich herabgesetzt werden.
Die in Gemeinschaft mit der Deutschen Bundespost und der Physikalisch-
Technischen Bundesanstalt bisher versuchsweise durchgeführte Ausstrahlung von
Sekundensignalen mit Minutenkennung für geodätische Zwecke über den Sender
Mainflingen DCF77 auf 77.5 kHz = 3871 m mit einer Sendeleistung von 12 kW
wurde mit dem 1.Januar 1959 offiziell aufgenommen. Bis auf geringfügige
Störungen war die Signalabgabe während des ganzen Jahres einwandfrei. Gegen
Ende des Berichtsjahres erfolgte routinemäßig eine gründliche Überholung der
beiden Signalgeber sowie der Einbau neu geschalteter Verstärker.
Im Zuge der Erneuerung und Erweiterung der Sender- und Antennenanlagen
bei der Küstenfunkstelle Norddeich-Radio wurde der Zeitzeichensender DAN
auf 125 kHz mit dem 28.Februar 1959 stillgelegt. Während der beiden ersten
Monate des Berichtsjahres wurden deshalb Versuchsmessungen zur Auswahl ge
eigneter Sendefrequenzen für Tag-, Nacht-, Nah- und Fernempfang durchgeführt,
bei denen uns die internationalen Zeitdienstinstitute in Neuchâtel, Paris,