Jahresbericht Nr.14/1959
Seite 38 -
nachzugehen, die erforderlichen Unterlagen vermittelt worden.
Der Ausschuß für Funkortung plant schon seit längerem, ein deutsches
Wörterbuch von Begriffsbestimmungen für die Navigation herzustellen, etwa
nach Art des amerikanischen Navigation Dictionary. Hierzu wurden umfang
reiche Beiträge vorbereitet. Der Entwurf des Buches soll vordem Druck
noch von allen Interessenten begutachtet werden.
Die bisher leider nur spärlich eingehenden Beobachtungen über Radar
reichweite und Wetter - bisher etwa 1000 - wurden zusammengestellt; für
eine Statistik reicht das Material, das sich fast über alle von deutschen
Schiffen regelmäßig befahrenen Wege erstreckt, noch nicht aus.
Der Absatz der Zeitschrift "Der Seewart" stieg langsam weiter an, die
Zeitschrift konnte dank guter Mitarbeit aus Kreisen der Seefahrt wichtige
Tagesfragen, vor allem die Berücksichtigung von Radar in der Seestraßen
ordnung, behandeln.
3. Zeitdienst und Chronometrie
a) Zeitbestimmung. Mit der Beendigung des Internationalen Geophysika
lischen Jahres, an dem der Zeitdienst mit längen- und Breitenbeobachtungen
teilgenommen hatte, wurden vom 1.Januar 1959 an die Durchgangsbeobachtungen
an dem 90 mm-Durchgangs-Instrument, das die Hamburger Sternwarte entgegen
kommenderweise überlassen hatte, eingestellt. Das Instrument wurde an die
Sternwarte zurückgegeben. Das eigene 70 mm-Durchgangs-Instrument wurde von
der Herstellerfirma mit neuen Achszapfen versehen und anschliessend in der
eigenen Werkstatt vollkommen überholt.
Im Nordzimmer des Beobachtungshauses für das photographische Zenitfern
rohr im Hamburger Stadtpark wurde die Decke mit einem Nord-SUd-Spalt ver
sehen und ein Beobachtungspfeiler errichtet, auf dem das überholte Durch
gangs-Instrument aufgestellt werden soll. Das abfahrbare Dach für den
Beobachtungsspalt wurde von der Institutswerkstatt konstruiert und gebaut,
die auch das Dach des photographischen Zenitfemrohres so umbaute, daß es
nunmehr einwandfrei beweglich ist.
Für Zeit- und Breitenbestimmungen wurden während des Berichtsjahres an
dem 250/3750 mm photographischen Zenitfernrohr auf 184 Platten des Formats
5 x 6 cm insgesamt 2764 Sterne bis 9?5 aufgenommen. Bis auf eine durch
Feuchtigkeitseinwirkung auf den 1000 Hz-Antriebsmotor verursachte größere
Störung hat das Instrument einwandfrei gearbeitet. Das Beschlagen des
Objektivs konnte durch die Benutzung einer Taukappe aus Plexiglas weitgehend
beseitigt werden. Die für 1959 beabsichtigte Vervollkommnung der zum Instru
ment gehörigen elektrischen und technischen Ausrüstung mußte noch zurückge
stellt werden.
Wie im Vorjahre wurden mit der Hamburger Sternwarte wieder laufend die
Ergebnisse astronomischer Zeitbestimmungen und Quarzuhrenkontakte ausgetauscht.