Jahresbericht Nr.14/1959
Seite 34 -
V. GEZEITEN, NAUTISCHE ASTRONOMIE, ZEITDIENST, RECHENANLAGE
1. Gezeiten
a) Laufende Arbeiten und Veröffentlichungen. Die "Gezeitentafeln für das
Jahr I960", Band I: Europäische Gewässer, Band II: Atlantischer und Indi
scher Ozean, erschienen im Juli 1959, die Kalender der "Hoch- und Niedrig
wasserzeiten für die Deutsche Bucht und deren Flußgebiete. I960", in einer
Gesamtausgabe und vier Teilausgaben, kamen Ende November 1959 heraus. Etwa
50 Privatverlage, darunter auch ausländische, erwarben Rechte zum Abdruck
von Gezeitenvorausberechnungen in Nautischen Almanachen, größeren Kalendern
und Tageszeitungen.
Die Gezeitentafein 1961 werden keine größeren Veränderungen gegen den
Jahrgang I960 aufweisen. Nachdem jedoch im Jahrgang I960 statt des früheren
Bezugsorts St.Paul Island der Ort Pictou (Kanada) eingeführt war, werden
auch noch ausführliche Vorausberechnungen für Port of Spain aufgenommen
werden, um eine größere Genauigkeit zu verbürgen. Bei den nötigen Umar
beitungen des Teils II der Tafeln hat sich die Kartei der Gezeitengrund
werte wieder als unentbehrliches Hilfsmittel erwiesen. Die Druckvorlagen
des Jahrgangs 1961 waren bei Jahresende etwa zu zwei Dritteln fertiggestellt
Hemmend wirkte, daß einige ausländische Vorausberechnungen zu spät eingingen
Von den Vorausberechnungen für 1961 beruhen nunmehr die für Husum, Cux
haven, Hamburg, Bremerhaven, Bremen, Wilhelmshaven, Norderney, Borkum und
Emden auf harmonischen Darstellungen der Ungleichheiten in Hoch- und Nied
rigwasserzeit und -höhe; die Angaben für Büsum, Helgoland und Brunsbüttel
koog werden weiterhin durch veränderliche nonharmonische Differenzen gebil
det, weil sich eine besondere harmonische Entwicklung nicht lohnt. Damit
ist das neue Verfahren voll eingeführt, und es bedarf künftig nur noch der
Anpassung an die durch wasserbauliche Maßnahmen oder Naturvorgänge verän
derten Verhältnisse. Das Internationale Hydrographische Bureau wird im kom
menden Jahr einen Aufsatz über das neue Verfahren in der International
Hydrographie Review bringen.
Mit der Gezeitenrechenmaschine II waren außer den ausländischen Aufträ
gen, die vorwiegend Vorausberechnungen stündlicher Wasserstände und von
Gezeitenströmen betrafen, die Gezeitenvorausberechnungen 1961 für Ekaterins-
kaja und einige Gezeitenkurven für die Gezeitentafeln anzufertigen, ferner
verschiedene Schwereberechnungen für geodätische Zwecke. Die Institutswerk
statt begann, die Gezeitenrechenmaschine I im Hauptdienstgebäude zu montie
ren, weniger weil die Maschine zusätzlich gebraucht wird, als um sie zu
erhalten.
Wie bisher stellten die Wasser- und Schiffahrts-, Wasserwirtschafts
und Hafenverwaltungen des deutschen Küstenbereichs ihre Wasserstands- und
Strombeobachtungen nach Bedarf zur Verfügung. Von rund 100 Pegeln des Ge
zeitengebiets wurden die Hoch- und Niedrigwasserbeobachtungen laufend