Meereskunde und Erdmagnetismus
Das Heferat ist in der Kommission für ionosphärische Radioelektrizität
der URSI und in vier Kommissionen der internationalen Assoziation für Erd
magnetismus und Aeronomie vertreten.
Auch im Jahre 1959 haben zahlreiche Vergieichsmessungen mit anderen
Observatorien stattgefunden. Die Deklination, die Horizontalintensität und
die Vertikalintensität wurden zur Erprobung des neuen Universal-Torsions-
Magnetometers zwischen den Stationen Dourbes (Belgien), Wingst und Rude
Skov (Dänemark) durch Herrn Dr.A. Kourbes, verglichen. Die end
gültigen Ergebnisse liegen noch nicht vor. Dr.Afshar, Teheran, hat einen
H-Anschluß Wingst - Teheran gemessen.
Die seit dem Jahre 1955 durchgeführten Basisvergleiche mit den Observa
torien Rude Skov, Witteveen, Niemegk, Fürstenfeldbruck und Wien-Kobenzl
über monatlich 10 Momentanwerte in ruhigen Nachtstunden wurden fortgesetzt.
Der im Jahr 1958 zusätzlich durchgeführte Dauervergleich mit einem QHM
zwischen Niemegk und Wingst für die Horizontalintensität hat ergeben,
daß systematische jährliche Schwankungen der Momentanwert-Differenzen nicht
auf fehlerhaften Messungen zu beruhen brauchen, sondern möglicherweise, auf
fortschreitende Intensitätsänderungen zurückzuführen sind, die an beiden
Stationen verschieden sind.
Das Doppeljahrbuch Nr. 10, 1955/56 ist erschienen, die Bearbeitung des
Magnetogrammheftes 1957 ist abgeschlossen. Das Doppeljahrbuch Nr. 11,
1957/58 wird vorbereitet. Wie in den Vorjahren wurde monatlich ein Bericht
über die erdmagnetische Aktivität herausgegeben und an 80 Stellen des In-
und Auslandes verschickt. Eine laufende Berichterstattung erfolgte außerdem
in den "Ionosphärenberichten" des 10-tägigen deutschen Wetterberichtes; die
se Berichte werden den "Medizin-Meteorologischen Ergänzungen des Deutschen
Wetterdienstes" beigelegt.
Im Observatorium Wingst wurden im Berichtsjahr neben anderen Instrumenten
5 transportable erdmagnetisehe Variographen und 3 Einzelsysteme aus Vario-
graphen nachjustiert, geprüft und attestiert.
Kopien der Magnetogramme erhielten laufend das Geophysikalische Institut
der Universität Göttingen, das Erdmagnetische Observatorium Niemegk, das
Femmeldetechnische Zentralamt der Bundespost ln Darmstadt, das Heinrich-
Hertz-Institut für Schwingungsforschung in Berlin-Charlottenburg und auf
Anforderung auch zahlreiche andere Institute des In- und Auslandes.
b) Erdmagnetische Kartographie. Für die "Ergebnisse der erdmagnetischen
Beobachtungen" des Observatoriums Wingst erhält das Institut im Tauschver
kehr von ausländischen Stationen genügend Zahlenmaterial, um der Seefahrt
hinreichende Angaben zu machen, und zwar für die Isogonenkarte, für die
Textbeiträge in den Seehandbüchem und für die Rosenangaben auf den’ See
karten .
+) siehe auch Jahresbericht Nr.13, 1958
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