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Full text: Jahresbericht 1959

Jahresbericht Nr.14/1959 
- Seite 30 - 
6. Meereis 
Der Winter 1958/59 war an den deutschen Küsten ein massiger Eiswinter 
und kann als normal bezeichnet werden. In Wintern dieser Art entstehen für 
moderne Schiffe an den deutschen Küsten keine zu großen Schwierigkeiten in 
den Hauptfahrwassem. Dagegen können die Schiffahrtsbehinderungen im Finni 
schen und Bottnischen Meerbusen auch in massigen Eiswintern erheblich sein. 
Die Nachfrage nach den Eisverhältnissen an den schwedischen und finnischen 
Küsten nimmt demgemäß von Jahr zu Jahr zu. Der Austausch von Eismeldungen 
mit den Anrainerstaaten des Nord- und Ostseeraumes ist nunmehr so organi 
siert, daß jederzeit über alle Teile dieser Seegebiete die neuesten Anga 
ben vorliegen. 
Die über Punk und Fernschreiben eingehenden Eisbeobachtungen wurden 
werktäglich, mit Ausnahme sonnabends, zu einem gedruckten Eisbericht und 
zweimal wöchentlich zu einer Eisübersichtskarte zusammengefasst. Insgesamt 
wurden in der Zeit vom 3.Dezember 1958 bis zum 15. Mai 1959 109 schrift 
liche Eisberichte und 39 Eisübersichtskarten veröffentlicht (1958: 150 Eis 
berichte, 46 Eisübersichtskarten). Die Auflagezahl der Eisberichte mußte 
gegenüber dem Vorjahr wieder erhöht werden und beträgt jetzt für die Eis 
berichte und die Eisübersichtskarten ca. 300. 279 telefonische Eisauskünfte 
wurden gegeben und 9 schriftliche Outachten ausgearbeitet. 
Auf Wunsch der offiziellen Schiffahrtsdienststellen in Finnland und 
Schweden wurde über die Aussenstelle Kiel des D.H.I. jedem den Nord-Ostsee- 
Kanal passierenden, nach einem skandinavischen Hafen bestimmten Schiff der 
letzte Eisbericht in einer besonderen Fassung ausgehändigt. 
Um die immer häufiger werdenden Anfragen über die Eisverhältnisse in den 
Gewässern um Grönland und Kanada zufriedenstellend beantworten zu können, 
wurden die Eisberichte auch aus diesen Gebieten aufgenommen. Diese Aufnahme 
wurde dankenswerterweise vom Deutschen Wetterdienst übernommen. Dem Seewet 
teramt Hamburg, das für den Austausch von Eismeldungen mit den ausländischen 
Eisdiensten das meteorologische Fernschreibnetz zur Verfügung stellte, ist 
der Eisdienst zu Dank verpflichtet. 
Trotz der wachsenden Anforderungen des praktischen Dienstes konnten Teil 
untersuchungen über die Grundlagen einer wissenschaftlich fundierten Eisvor 
hersage weitergeführt werden. 
7. Erdmagnetismus 
a) Im Observatorium Wingst erfolgten die Terminbeobachtungen wie in den 
Vorjahren. 
Die Zusammenarbeit innerhalb der "Arbeitsgemeinschaft Ionosphäre der 
deutschen geophysikalischen Institute" und der URSI ist während der IGC 
1959 ebenso fortgeführt worden wie im IGJ 1957/58.
	        
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