Meereskunde und Erdmagnetismus
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4. Chemie und Radioaktivität des Meerwaasers
Während des Berichtsjahres wurde der Salzgehalt von etwa 8 000 Wasser
proben bestimmt. Die Aufarbeitung des Beobachtungsmaterials der Porschungs-
fahrteii von "Gauss" und »Anton Dohrn" während des IGJ wurde abgeschlossen.
Die Untersuchungen über die im Meerwasser vorhandenen Spurenstoffe
organischer Abstammung wurden wieder aufgenommen. In diesem Rahmen wurde
eine einwöchige Untersuchung im Gebiet von: Helgoland in Zusammenarbeit mit
der Planktologisehen und Mikrobiologischen Abteilung der Biologischen An
stalt Helgoland durchgeführt. Es ist vorgesehen, diese Arbeiten auch im
kommenden Jahr fortzusetzen, um einen Einblick in den chemisch-planktolQ-
gisch-mikrobiologisehen Mechanismus im Ablauf des biologischen Geschehens
im Meere zu erhalten.
Orientierende Messungen über radioaktive Beimengungen im Meerwasser
konnten leider noch immer nicht aufgenommen werden, da für den Ausbau des
erforderlichen laboratoriums eines zur Verfügung stehenden Gebäudes noch
keine Mittel beschafft werden konnten. Die Planung für einen Baboraioriums-
Neübau, in dem ge'meinsam mit dem Institut für Fischverarbeitung und der
Biologischen Anstalt Helgoland die* im Zusammenhang mit einer etwaigen radio
aktiven Verseuchung eines Meeresgebietes auftretenden physikalischen, chemi
schen* biologischen und fischereibiologischen Probleme bearbeitet werden
sollen, ist abgeschlossen.
5. Geologie und Morphologie des Meeresbodens -
Die Ergebnisse'der meeresgeologischen und mikrofaunistisehen Beobach
tungen aus der Nordsee für den Zeitraum von 1949 - 1958 wurden für eine
Veröffentlichung in der Reihe "Meereskundliche Beobachtungen und Ergebnisse"
zussmsengeste116. Die Arbeit ist soweit fortgeschritten, daß mit dem Druck
im kommenden Jahr begonnen werden kann.
Pur die Neubearbeitung der deutschen Fischereikarte der Nordsee D 112
wurde weiteres Grundmaterial zur Darstellung der Bodenbeschaffenheit und
der Tiefenverhältnisse bereitgestellt. Gleichzeitig wurde mit den Vorarbei
ten für eine Bodenkarte des gesamten Nordseebereichs begonnen.
Die geologische Sammlung hatte aus den Vermassungsgebieten in der Deut
schen Bucht einen Zugang von etwa 300 Grundproben. Sie werden nach Abschluß
der laufenden Aufbereitung zusammen mit älterem, bereits ausgewertetem Ma
terial als Grundlage für großmaßstäbliche Bodertkarten der inneren Deutschen
Bucht dienen. Mit den Arbeiten für den Entwurf dieser Karten wurde begonnen.
Weitergeführt wurden die in den letzten Jahren begonnenen'Speziäluntar-
suchungen über die Beziehungen zwischen. Foraminiferenverbreitung, Sediment
fazies und hydrographischen Verhältnissen.