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Full text: Jahresbericht 1959

Seevermessung und nautische Geodäsie 
- Seite 23 
In dem außerhalb der normalen Begrenzung der Sichtweiten für Doppelwin- 
kelmessungen gelegenen Gebiet der Vermessungsaufgaben "äußerer Teil der 
Mörder- und Süderpiep" und "westliche Mordergründe einschließlich der We 
sermündung" sowie im äußeren Seegebiet vor Juist bis Spiekeroog wurden die 
Schiffsorte mit Hilfe des Becca-Verfahrens bestimmt. Bei der ersten Aufgabe 
wurde die dänische Decca-Kette benutzt; bei den beiden anderen Aufgaben 
wurde zur Erzielung günstiger Hyperbel-Schnittwinkel mit je einer Hyperbel 
schar der deutschen und der dänischen Decca-Kette und dementsprechend auch 
mit zwei Decca-Navigätor-Anlagen gearbeitet. 
Insgesamt wurden in den heimischen Gewässern rd. 10 950 km lotprofile 
gegenüber rd. 7 320 km im Vorjahr abgelaufen. Die Mehrleistung von 50$ ist 
durch die günstigeren Wetterverhältnisse dieser Vermessungsperiode und durch 
den zusätzlichen Einsatz von VFS "Gauss" bedingt. Auf den An- und Abmarsch 
wegen in die Vermessungsgebiete einschließlich der in einem Abstand von 2 
Monaten notwendigen Fahrten zum Entmagnetisieren nach Kiel wurden rd. 
17 860 'km zurückgelegt. Das Verhältnis der Gesamtlänge der An- und Abmarsch 
wege zur Gesamtlänge der abgelaufenen lotprofile, das wesentlich von der je 
weiligen läge der einzelnen Vermessungsgebiete und im geringeren Maße auch 
von den Wetterverhältnissen abhängt, ist in diesem Jahr etwas günstiger als 
im Vorjahr. 
Auf einer rd. zehnwöchigen Fahrt des VFS "Gauss" in die Gewässer um Grön 
land und Island wurde der Kangerdlugssuaq-Fjord in Westgrönland im Rahmen 
der Internationalen Glaziologischen Grönland-Expedition hydrographisch auf- 
genommen und ein Seegebiet südöstlich von Island zur Vervollständigung der 
Tiefenangaben in deutschen Seekarten bzw. Fischereikarten ausgelotet. Die 
Gesamtlänge der hierbei gewonnenen lotprofile betrug 7 597 km; für die 
Schiffsortbestimmungen im Seegebiet südöstlich von Island wurden die Loran- 
Hyperbeln der Nordostatlantik-Kette (115 und 116) mit gutem Erfolg benutzt. 
Die ursprünglich auf dieser Fahrt vorgesehene Vermessung des südostgrönlän- 
dischen Schelfs zwischen Angmagssalik und Kap Farvel zur Ergänzung der Tie 
fendarstellung in der Fischereikarte "Gewässer»zwischen Island und Grönland" 
konnte nicht durchgeführt werden, weil unerwartet ungünstige Eisverhältnis 
se die ohnehin schwierige Ortung in diesem Seegebiet so erschwerten, daß 
ausreichend genaue Schiffsortbestimmungen für die lotprofile nicht gewähr 
leistet waren. 
VFS "Gauss" unternahm ferner 6 Forschungs- und Versuchsfahrten in der 
Nord- und Ostsee für ozeanographische, geophysikalische und funktechnische 
Untersuchungen sowie für Baumusterprüfungen und Erprobungen nautisch-tech 
nischer Geräte. Einschließlich der Fahrt in die Gewässer um Grönland und 
Island legte "Gauss" auf diesen Fahrten 23 470 km zurück. 
VS "Süderoog" wurde neben seiner Vermessungstätigkeit noch für 7 mehr 
tägige Versuchsfahrten im Küstenbereich der Nordsee und im Bereich von
	        
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