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Full text: Jahresbericht 1959

- Seite 9 - 
Das D.H.I. im Jahre 1959 
Die gemeinsam mit der Bundespost und der Physikalisch-Technischen 
Bundesanstalt bisher versuchsweise durchgeführten nächtlichen Ausstrah 
lungen von Sekundenzeitzeichen für geodätische Zwecke wurden mit Beginn 
des Jahres offiziell aufgenommen. 
Nach Durchführung der notwendigen Bauarbeiten wurde das inzwischen 
überholte und mit neuen Achszapfen versehene 70 mm Durchgangs-Instrument 
im Nordzimmer des Beobachtungshauses für das photographische Zenitfern 
rohr im Hamburger Stadtpark aufgestellt. 
Die Prüfung von Schiffs-Chronometern und anderen Zeitmessern im Prüf 
dienst erfolgt etwa in dem gleichen Umfang wie im Torjahre. 
Das.Nautische Jahrbuch I960 hält wie alle für praktische Zwecke be 
stimmte Jahrbücher an der M.G.Z. fest; seine Angaben werden damit in Zu 
kunft gelegentlich von denen der wissenschaftlichen Jahrbücher abweichen, 
die Bphemeridenzeit führen werden. 
Bei Schiffsunfällen trotz Radar wird immer wieder von menschlichem Ver 
sagen gesprochen. Beim Psychologischen Institut der Universität Hamburg 
wurde daher angeregt, die Deutung des Radarschirmbildes psychologisch zu 
untersuchen. Hamburger und andere Psychologen zeigten sich dieser Anre 
gung sehr aufgeschlossen und wollen die psychologischen Prozesse bei der 
Interpretation von Radarbildem experimentell erforschen; die deutschen 
Reeder haben bereits in großzügigster Weise erlaubt, daß Psychologen an 
Bord von Schiffen sich über Radar unterrichten. 
Gemeinsam mit dem Ausschuß für Puhkortung und anderen interessierten 
Stellen arbeitet das D.H.I. an einem Lexikon der Begriffe der Navigation; 
im Hinblick auf die rasch vorwärtsdrängende Technik und die Verschieden 
heiten von Luft- und Seefahrt ist dies eine schon lange notwendige Arbeit. 
Zur Erhöhung der Schiffssicherheit wurden im Bereich der Nauti 
schen Technik umfangreiche Untersuchungen, Erprobungen und 
Prüfungen nautischer Anlagen und Geräte durchgeführt, so z.B. die Mes 
sung des Einflusses äußerer Magnetfelder auf die Schirmbildzentrierung 
von Radargeräten, die Untersuchung des Einflusses von Beschleunigungen 
auf die Anzeigegenauigkeit von Kreiselkompaßanlageh, die Prüfung zahl 
reicher Kreiselkompaßanlagen und Anlagenteile, die Typen- und Abnahme 
prüfung von Radar- und Peilfunkanlagen auf Schiffen, die Weiterentwick 
lung von Radar-Reflektoren sowie Tiefenregistrierung mit Echolotanlagen 
verschiedener Frequenzen, Impulsleistung und Impulslänge. Der Umfang der 
gebührenpflichtigen Prüfungen von nautischen Instrumenten und Positions- 
latemen hat sich im Institut und seinen Außenstellen auch im Berichts 
jahr weiter erhöht. Zur Verbesserung der Kompaßregulierungsmöglichkeiten 
wurden im Raume Bremerhaven zwei Peilstellen für Gegenpeilung mit UKW- 
Punk eingerichtet. Die Auswertung von etwa 1000 Unterlagen für Peilfunk
	        
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