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Full text: Jahresbericht 1959

Jahresbericht Kr.14/1959 
Seite 8 
An besonderen Arbeiten wurde mit den Untersuchungen über Entstehung, 
Tiefenlage und Intensität der sommerlichen Temperatursprungschicht in der 
Nordsee begonnen. Ferner wurden die Ergebnisse der bisherigen Bodenunter 
suchungen aus der Nordsee für eine Veröffentlichung in "Meereskundliche 
Beobachtungen und Ergebnisse" zusammengestellt, sowie die Arbeiten für 
den Entwurf großmaßstäblicher Bodehkarten der inneren Deutschen Bucht 
vorbereitet. 
Beiträge über die hydrographischen Verhältnisse (Strömungen, Bodenbe 
schaffenheit, Erdmagnetismus, Eis) wurden für die Seehandbücher: 1.Island, 
2.Mittelmeer I.Teil, 3. Skagerrak und Kattegat I.Teil, 4. Westküste Afri 
ka I.Teil, teils fertiggestellt, teils in Arbeit genommen. 
Dem Seekartenwerk wurden Angaben von Mißweisung und Gebieten unsiche 
rer Mißweisung sowie der Bodenbeschaffenheit für die Neubearbeitung von 
Seekarten zur Verfügung gestellt. 
Im Eisdienst wurden einem immer stärker werdenden Bedürfnis folgend, 
die Gewässer um Grönland in den Auskunftsdienst einbezogen. 
Das Erdmagnetische Observatorium Wingst baute die Internationale Zu 
sammenarbeit, den Tausch der Ergebnisse, Feldstationen im nordwestdeut 
schen Raum im Rahmen des IGJ und URSI-Dienst für Funkwettervorhersage 
weiter aus. 
Theoretische Untersuchungen über horizontale Ausbreitungs- und Ver 
mischungsvorgänge im Meere sowie über eine wissenschaftlich fundierte 
Eisvorhersage wurden weiter verfolgt. 
Die Verfahren, die in den vergangenen Jahren entwickelt wurden, um 
den Verlauf der Meeresgezeiten darzustellen, erfuhren eine Erweiterung, 
so daß auch Gezeiten von überlagerten Vorgängen unbekannter Art 
mit denkbar größter Genauigkeit getrennt werden können. Solche Aufgaben 
entstehen z.B., wenn Gezeitenströme von Meeresströmungen wechselnder Rich 
tung und Stärke abgesondert werden sollen. Das Verfahren erwies sich als 
hilfreich bei den Schwierigkeiten, die das internationale Symposium über 
Erdgezeiten (Triest) bei der Deutung von Erdgezeitenbeobachtungen fand, 
die während des Internationalen Geophysikalischen Jahres angestellt worden 
waren. 
Das gesamte während des Internationalen Geophysikalischen Jahres gewon 
nene Beobachtungsmaterial des Zeitdienstes wurde, soweit noch nicht ge 
schehen, aufbereitet, zusammengestellt und an die zentralen Bearbeitungs 
stellen in Paris, Moskau und Washington weitergeleitet. Nach den Ergeb 
nissen des Jahres 1957, deren zentrale Auswertung inzwischen vorliegt, hat 
das D.H.I. unter 38 beteiligten Nationen, was die Genauigkeit der Zeitbe 
stimmung und Zeitbewahrung betrifft, die erste Stelle eingenommen.
	        
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