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Full text: Jahresbericht 1960

Jahresbericht Nr.15/1960 
Die Werkstätten und die Schiffsliegeplätze, die sehr verkehrsungünstig zu 
nächst in Tollerort lagen, sind jetzt am Kirchenpauerkai, also sehr viel 
näher zum Hauptgebäude, untergebracht. Das alles hört sich einfach an, um 
schließt. aber ein unendliches Maß an Mühe, Beharrlichkeit und Gewandtheit. 
Die junge Behörde bedurfte aber noch der Zustimmung des Bundesrechnungs- 
hofes. Maßstab der Prüfung war verständlicherweise der Rahmen, der damals 
für die deutsche Schiffahrt, die auf die Küstenfahrt und etwas Hochsee 
fischerei beschränkt war, von den Alliierten festgelegt war. Das Personal 
wurde also abermals stark reduziert und viele Stellen, die man vorläufig 
noch nicht strich, wurden mit kw-Vermerken”'^ versehen. Der damals neu fest 
gelegte Stellenplan ist im wesentlichen heute, 1961, für das DHI. noch ver 
bindlich, heute, nachdem unsere Handelsflotte mit 4,7 Mill.BRT größer ist 
als vor dem Kriege und wieder alle Meere befährt, heute, nachdem eine 
stürmische Entwicklung auf allen Gebieten der Technik auch die Aufgaben 
des DHI. ganz erheblich ausgeweitet, verändert und schwieriger gemacht hat. 
Was trotz dieses engen personellen Rahmens in den vergangenen 15 Jahren 
vom DHI. geleistet worden ist, wird ein Ruhmesblatt in der Geschichte 
dieses Instituts ausfüllen, und auf diesem Blatt wird der Harne Dr.Böhneckes 
an hervorragender Stelle stehen. Wir können nur wünschen, daß nun auch bald 
in der Stellenausstattung und Stellenbewertung die notwendigen Folgerungen 
gezogen werden. 
Wer diese Behörde nicht aus eigener Anschauung kennt, kann sich nur schwer 
ein Bild von der Vielfalt ihrer Aufgaben machen. Sie hat die Seeräume zu 
vermessen, Seekarten herzustellen, die Küsten, Fahrwasser, Häfen, Naviga 
tionshilfen und Nachrichtenmittel in Handbüchern und Verzeichnissen sowie 
die für die Seeschiffahrt und Hochseefischerei bedeutsamen Naturverhält 
nisse zu beschreiben, vorherzusagen oder vorauszuberechnen, nautisch wich 
tige Nachrichten zu sammeln und gedruckt oder drahtlos zu verbreiten, die 
an Bord benutzten nautischen Instrumente zu prüfen, auf den Gebieten der 
Geodäsie, Geophysik, Astronomie, Physik, Chemie und Technik wissenschaft 
lich zu arbeiten, soweit die genannten Aufgaben das erfordern oder öffent 
liche Verpflichtungen im Zusammenhang damit wahrgenommen werden. 
Trotz der anfänglichen Beschränkungen durch die Besatzungsmächte war die 
hydrographische Arbeit in Deutschland, wesentlich bedingt durch die ver 
ständnisvolle Haltung britischer Kontrolloffiziere, 1945 nie gänzlich un 
terbrochen worden. Hier spielten die persönlichen Beziehungen eine große 
Rolle, die Herr Dr.Böhnecke im Frieden mit zahlreichen ausländischen Kolle 
gen geknüpft hatte und in das junge Amt einbrachte. Einer dieser ihm ver 
bundenen englischen Hydrographen wurde Kontrolloffizier des DHI, Die Bedeu 
tung dieser persönlichen Beziehungen für den gesamten Aufbau des DHI, liegt 
auf der Hand. 
1 'kw= künftig wegfallend. 
- Seite 6 -
	        
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