Jahresbericht Nr. 15/1960
völliges Abschalten der Vorausanzeige ohne automatische Wiedereinschaltung
unterbunden wird. Diese Forderung muß auch für solche Radaranlagen gelten,
bei denen mit Hilfe eines elektronischen Peilstrahles die Richtung nach
den Zielen festgestellt wird, da hierbei die Möglichkeit von Verwechslun
gen des Peilstrahles mit der Vorausanzeige nicht sicher auszuschließen ist.
b) Fuhksendebo.ien. Die Erprobung der im eigenen Laboratorium entwickel
ten Sender für Verwendung in Seenotfunkbojen wurde im Seeraum von Helgo
land fortgesetzt. Die Antennenkreisleistung des Senders konnte durch ent
sprechende Dimensionierung und Anpassung der Antenne auf 0.3 Watt herab
gesetzt werden. Dabei wurde besonderer Wert darauf gelegt, daß die Antenne
möglichst frei von Änderungen ihrer elektrischen Werte durch Seeschlag
bleibt. Auf der Frequenz 2198.5 kHz wurden bei einer Antennenlänge von 1.35 m
Peilreichweiten von 40 sm erzielt. Bei den im laufe des Jahres durchgeführ
ten Versuchen wurden jeweils durch den Nordsee-Fuhkpeildienst der Deutschen
Bundespost Standortbestimmungen der Seenotbojen vorgenommen. Hierbei betru
gen die Abstände zu den 3 Peilstellen im Mittel 27,34 und 45 Seemeilen. Die
Ablage der durch die Funkpeilungen ermittelten Standorte zu den terristrisch
bestimmten Standorten bewegte sich bei den über das ganze Jahr verteilten
Versuchen zwischen 2 und 0.7 sm. Das bedeutet für die Standortbestimmungen
d'ie Güteklasse A, die eine Ablagegenauigkeit von = 5 sm verlangt. Mit Bord
funkpeilern durchgeführte Zielfahrten auf die Sendebojen verliefen stets
einwandfrei.
Zum Vergleich mit dieser Sendeboje wurde ein industriell in Holland ge
fertigter Markierungssender reichweitenmäßig erprobt. Er ergab auf einer
Frequenz von 2118 kHz, bei einer Antennenlänge von 4.5 m (Drahtantenne)
und einer Antennenkreisleistling von 0.1 Watt Peilreichweiten von 40 sm und
ist damit bei der wesentlich größeren Antenne den hier entwickelten Sendern
gleichwertig.
Ebenso wurde in Zusammenarbeit mit den Firmen Telefunken und Debeg noch
mals die Telefunken-Seenotfunkboje unter Bedingungen, wie sie in der Praxis
Vorkommen, erprobt. Gegen eine empfindliche Bordfunkpeilanlage wurden die
schon früher festgestellten Peilreichweiten von 8 sm + 2 sm bestätigt. Der
Sender ist mit einer Ferritantenne ausgerüstet und hat bei der Frequenz
2159 kHz eine Antennenkreisleistung von etwa 1 Watt.
Der Versuch, eine Sendeboje für die Frequenz 420 kHz unter Verwendung
vergleichbarer Anordnungen zu erstellen, brachte bisher nur Reichweiten von
etwa 15 sm.
Erstmalig wurde im Berichtsjahr ein Liefseestrommesser im Rahmen des
internationalen Overflow-Programms mit einer Funksendeboje zu Markierungs
zwecken ausgerüstet. Auf der Frequenz 2198.5 kHz wurden bei einer Antennen-
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