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Full text: Jahresbericht 1960

Jahresbericht Nr.15/1960 
Mit den Warndiensten der Niederlande und Englands fand weiterhin ein 
Austausch von Vorhersagen und Beobachtungen statt. 
2. Nautische Astronomie und Navigationsmethoden 
Ber Jahrgang 1961 des Nautischen Jahrbuches erschien im Mai I960. Die 
Druckvorlage des Nautischen Jahrbuches 1962 wurde bis zum Jahresende fertig 
gestellt, Das Nautical Almanac Office London gibt jetzt den Unterschied 
zwischen der astronomischen Intertialzeit und der Weltzeit, die den nauti 
schen Ephemeriden zugrunde, liegt, rechtzeitig an und erleichtert damit die 
Arbeit am Nautischen Jahrbuch. 
Nautisch-astronomische Berechnungen und Auskünfte für verschiedene Zwecke, 
vor allem gerichtliche, und für das Seewetteramt, den Gezeitenkalender, für 
Verlage und Zeitungen wurden im Zusammenhang mit diesen Arbeiten geleistet. 
Der Sachbearbeiter Nautisches Jahrbuch nahm überdies an den Zeitdienstbeob 
achtungen des Referats VC teil, um dem dort durch Krankheit verursachten Not 
stand abzuhelfen. 
Die Untersuchungen über das Einwirken von Korrelationen der Meßwerte auf 
die Genauigkeit nautischer Ortsbestimmungen wurden abgeschlossen. In Zusammen 
arbeit mit dem Ausschuß für Funkortung wurden Unterlagen über die Möglichkeit 
des Einsatzes künstlicher Satelliten für die Navigation auf See gesammelt. So 
weit sich heute übersehen läßt, wird diese Aufgabe in Zukunft Bedeutung gewin 
nen, wenn auch heute sowohl die Satelliten selbst wie die Hilfsmittel für ihre 
Beobachtung und die Auswertung dieser Beobachtungen auf Schiffen in den Anfän 
gen stecken, von dem Aufwand, den alles erfordert, zu schweigen. 
Dank dem Entgegenkommen der Erigga-Reederei konnten der Referent und der 
Sachbearbeiter Navigationsverfahren im Dezember an einer Fahrt des MS"Anita 
Thyssen" nach Narvik teilnehmen. Die Untersuchungen des Vorjahres über Decca 
im Grenzgebiet wurden wiederholt, ferner wurden bestehende und soeben, errichte 
te Eoranstationen beobachtet, die im Gebiet des Bolarkreises auch in europäi 
schen Gewässern für die Navigation brauchbar sind, während weiter südlich die 
Tatsache hinderlich ist, daß die verwendeten Wellenlängen nach dem internationa 
len Wellenplan in Europa für andere Zwecke freigegeben sind. Weiter wurden die 
russischen Consolstationen beobachtet. Endlich wurde untersucht, ob mit Hilfe 
vorgeschalteter Polarisationsfilter Sterne bei größerer Helligkeit des Himmels 
grundes beobachtet werden können, als dies z.Z. mit den üblichen Sextanten mög 
lich ist. Die Beobachtungen ergaben, daß das nicht möglich ist. 
Von den an zahlreiche Schiffe verteilten Fragebogen "Radarreichweite und 
Wetter" ging ein Teil ausgefüllt wieder ein, erste Ergebnisse konnten abge 
leitet werden, jedoch liegen leider bisher noch viel zu wenig Beobachtungen 
vor, um statistisch einwandfreie Unterlagen zu gewinnen. - Im Zusammenhang mit 
der Arbeit am "Seewart" und mit dem zuständigen Arbeitskreis des Ausschusses 
- Seite 62 -
	        
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