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Full text: Jahresbericht 1960

Meereskunde und Erdmagnetismus 
- Seite 57 - 
d) Sonderaufgaben. Auf Wunsch des Wasser- und Schiffahrtsamtes Emden wur 
de ein Teilstück des Emsfahrwassers vor dem Hafen von Emden mit dem Protonen 
magnetometer vermessen. Im Hinblick auf geplante Baggerarbeiten sollte der 
Grad der magnetischen "Verunreinigung" des Fahrwassers festgestellt werden. 
e) Forschungsaufgaben. Die Untersuchungen über die Verschiedenheit der erd 
magnetischen Variationen im nordwestdeutschen Наша mit Hilfe von Registrierun- 
gen auf "fliegenden Stationen" wurden fortgesetzt. Es wurde ein Profil von 
Emden bis Meschede vermessen. Die örtliche Verschiedenheit der magnetischen 
Variationen wird bekanntlich auf Erdströme zurückgeführt, die durch Induktion 
bei erdmagnetischen Baystörungen entstehen. Angestrebt wird mit diesen Unter 
suchungen eine Klärung der Frage, ob die Erdströme "oberflächennahe" fließen 
oder ob es sich um "Tiefenströme" handelt. Die Messungen werden im kommenden 
Jahr weitergeführt. 
f) Gravimetrie auf See. Seit 1957 ist es möglich geworden, Schwere-Messun 
gen auf See vom fahrenden Schiff aus durchzuführen. Für ein Programm, das 
zwischen dem Bundesverkehrsministerium und dem Bundeswirtschaftsministerium 
abgesprochen worden ist, mußte das Institut von dieser Möglichkeit sofort Ge 
brauch machen. Diese neue Aufgabe ist bisher aus dem Forschungsprogramm finan 
ziert worden, das von den genannten Ministerien gemeinsam mit den Küstenlän 
dern Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg ausgeführt worden 
ist. Die geophsikalischen Meßmethoden für geologisch-tektonische Untersuchun 
gen des Meeresbodens konnten damit wesentlich erweitert werden. Die Gravime 
trie auf See muß auch weiterhin vom Institut vorangetrieben werden, wofür 
sachliche und personelle Mittel eingeplant werden sollen. 
Die 1958 und 1959 begonnenen und fortgesetzten Versuche und Messungen sind 
auch I960 weitergeführt worden. Auf verschiedenen Reisen mit VFS "Gauß" konnte 
das verbesserte Instrumentarium mit Erfolg erprobt und einige geologische 
Strukturen in der Deutschen Bucht aufgefunden werden. 
Eingesetzt wurde ein von Prof. Graf in München entwickeltes Seegravi 
meter der Askania-Werke Berlin, das auf einer kreiselgesteuerten Stabilisie 
rungsanlage der Firma Anschütz & Co., Kiel, im Drehpunkt des Schiffes aufge 
stellt wurde. Die Schwere wird auf Profilfahrten laufend registriert. 
Die Störeffekte, die durch Kurs- und Geschwindigkeitsänderungen des Schiffes 
hervorgerufen werden, betragen je nach Größe und Richtung des Seeganges auf 
unserem Vermessungs- und Forschungsschiff mehrere mgal, so daß die erreichte 
Meßgenauigkeit für Relativmessungen auf Profilfahrten von einigen mgal vor 
läufig als hinreichend zu betrachten ist. Es soll versucht werden, die Meßge 
nauigkeit durch gute Beschleunigungsmessungen zu verbessern.
	        
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