Jahresbericht Nr.15/1960
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Mittel zur Verfügung stehen, wurde mit Hilfe von Mitteln des Ministeriums
für Atomkemenergie und Wasserwirtschaft ein provisorisches Laboratorium
in Alsterdorf eingerichtet. Mit ersten orientierenden Messungen im Meer
wasser wurde begonnen. Anläßlich des Besuches des amerikanisehen U-Boot-
tes "Triton" in Bremerhaven wurden Kontrollen in Form einer einfachen Ge-
samt-Gammastrahlen-Bestimmung des Fahrwassers durchgeführt. Es ergaben sich
keine Abweichungen der Beobachtungen vom normalen Störpegel.
5. Geologie und Morphologie des Meeresbodens
In Teilen der nordfriesischen Watten, im Seegebiet westlich von Sylt sowie
vor den Ostfriesischen Inseln wurden zur Vervollständigung des vorhandenen
Materials engmaschige Bodenaufnahmen durchgeführt. Besonders genau wurden
hierbei - in Zusammenarbeit mit dem WSA Tönning - das Eidergebiet sowie die
Watten und Wattströme vor Büsum aufgenommen. Die meeresgeologische Sammlung
hatte aus diesen Gebieten einen Zugang von etwa 2000 Grundproben. Da zeit
weilig zusätzliche Hilfskräfte beschäftigt werden konnten, war es möglich,
das gesamte Material aufzubereiten und die Ergebnisse darzustellen. Weitere
Grundproben wurden gelegentlich einer "Gauß"-Fahrt im Skagerrak und in der
Nordsee vor der Nordwestküste Jütlands entnommen.
Zum Zwecke der Kennzeichnung der Bodenbeschaffenheit und der Darstellung
der Tiefenverhältnisse in See- und Fischereikarten der Nordsee wurde weiteres
ergänzendes Beobachtungsmaterial zur Verfügung gestellt.
Bodenproben, welche während der "Gauß"-Fahrt in dem Kangerdlugssuaq.-Fjord
gesammelt worden sind, wurden aufbereitet und ihr Gehalt an Foraminiferen
qualitativ und quantitativ bestimmt.
Die Untersuchungen über die Foraminiferenverbreitung in den nordatlanti
schen Gewässern wurden weltergeführt und einige Ergebnisse veröffentlicht.
Begonnen wurden - im Zusammenhang mit Sandwanderungsfragen - Untersuchungen
über den Anteil, den die lebenden Foraminiferen an der Zusammensetzung der
Foraminiferen-Vergesellschaftungen an der Oberfläche des Nordsee- und
Skagerrakbodens haben.
6. Meereis
Während die Nordsee und die südliche Ostsee im Winter 1959/60 eine normale
Vereisung hatten, überschritt das Eisvorkommen im Finnischen und Bottnischen
Meerbusen das normale Maß. Infolge der guten Zusammenarbeit mit den übrigen
Anliegerstaaten der Nord- und Ostsee konnte sowohl in den Eisberichten als
auch bei angeforderten Auskünften jederzeit ein vollständiges Bild über die
Eis- und Schiffahrtsverhältnisse gegeben werden. Besonderer Dank gebührt dem
Deutschen Wetterdienst, der für die Übermittlung der täglichen Eismeldungen