Meereskunde und Erdmagnetismus
Damit konnten auch die 1959 im Kangerdlugssuaq-Fjord entnommenen Wasserpro
ben, die einen stark unterschiedlichen Salzgehalt aufweisen, bestimmt werden.
Die Entwicklungsarbeiten an dem Schleppgerät "Delphin" wurden fortgesetzt.
Es wurden Berechnungen über die vom Schleppkörper erreichbare liefe angestellt.
Die Tiefe wurde in Abhängigkeit von der Seillänge und von dem durch Untertrieb
und Widerstand des Schleppkö'rpers gegebenen Seilwinkel gegen die Anström-
riehtung bestimmt. Für die Übertragung der Meßwerte wurde mit der Entwicklung
einer elektrischen Anlage, die nach einem Impulsabstandsverfahren arbeitet,
begonnen. Es wird angestrebt, als Eegistrierung unmittelbar ein Isothermen-
Diagramm der vom Schleppgerät überfahrenen vertikalen Fläche zu erhalten.
Der Geräteleihverkehr mit Wasser- und Schiffahrtsbehörden wurde in ver
stärktem Maße fortgesetzt. Es wurden neben Schaufelradstrommessera im Be
richtsjahr auch eine Anzahl von Hochseepegeln verliehen bezw. in Zusammenar
beit mit Wasser- und Schiffahrtsämtem ausgelegt.
Die theoretischen Untersuchungen über die Diffusionsvorgänge wurden weiter
geführt, Es zeigte sich jedoch, daß, um zwischen verschiedenen theoretischen
Möglichkeiten entscheiden zu können, vor allem Beobachtungen notwendig sind,
die im keimenden Jahr aufgenommen werden sollen.
4. Chemie Und Radioaktivität des Meerwassers
Während des Berichtsjahres wurde der Salzgehalt von etwa 10 000 Meerwasser
proben bestimmt. Davon stammten rund 7500 Proben von den üblichen Routine-
Untersuchungen aus der Ford- und der Ostsee (deutsche Feuerschiffe, Route
Hamburg-Hull und Biologische Anstalt Helgoland). Der Rest von etwa 2500 Pro
ben wurde auf Forsehungsfahrten mit dem "FES "Gauß" und dem EPS "Anton Dohrn"
gewonnen.
Die in den vergangenen Jahren im Laboratorium begonnenen Untersuchungen zum
Fragenkomplex der im Meere gelösten organischen Spurenstoffe wurde weiter fort
geführt. Über die in dieser Richtung erzielten Fortschritte wurde auf der Ta
gung der "Internationalen Union für Geodäsie und Geophysik" in Helsinki kurz
berichtet.
Weitere Untersuchungen beschäftigten sich mit dem Versuch, eine besonders
auffallende, bisher noch ungeklärte nächtliche Leuchterseheinung an der
Meeresoberfläche im Indischen Ozean zu deuten. Ein Bericht wurde in der "Deut
schen Hydrographischen Zeitschrift" veröffentlicht.
In Ergänzung zu den allgemeinen hydrographischen Arbeiten während der Unter
suchungen zwischen Island und den Färöer wurden auf "Gauß" zusätzliche Sauer
stoff- und Silikat-Bestimmungen durchgeführt.
Da für den. geplanten Heubau eines Laboratoriums zur Überwachung der radioak
tiven Beimengungen des Meerwässers bisher noch immer weder ein Bauplatz noch
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