Jahresbericht Nr.15/1960
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triebskugeln angebracht sind. Das Ende der leine wird von einer Radioboje
gehalten, die in regelmäßigen Zeitabständen kurze Peilsignale abgibt. Das
Auslegeverfahren wurde zunächst mit VFS "Gauß" im Skagerrak erprobt. Die
beiden ersten Modelle dieser Tiefenstrommesser haben in knapp 500 m Tiefe
mehrere Wochen zufriedenstellend gearbeitet. Gleichzeitige Strommessungen,
die mit dem Bifilar- und dem Böhnecke-Strommesser von Bord des verankerten
VFS "Gauß" aus durchgeführt wurden, erbrachten interessante Einblicke in
die vertikale Stromverteilung über dem Rücken. Der Tiefenstrommesser wurde
nach den gewonnenen Erfahrungen konstruktiv etwas geändert, vor allem mit
dem Ziel, eine niedrigere Anlaufsgeschwindigkeit zu erreichen. Die Entwick
lung des Gerätes ist noch nicht vollständig abgeschlossen.
Für die Registrierung der Bodentemperatur wurde bei einem Hochseepegel
die Manometer-Einrichtung entfernt und statt des bisherigen Innenthermome
ters ein Außenthermometer angebracht, das in Zeitabständen von 5 Minuten im
Maßstab 1:1 fotographiert wird. Auf diese Weise ist es möglich, die Boden
temperatur bis zu 500 m Tiefe und bis zu einer Zeitdauer von 4 Wochen foto
graphisch mit einer Genauigkeit von mindestens 0,1° C zu registrieren. Auch
dieses Gerät hat in 480 m Tiefe in der Nähe des südostisländischen Schelfab
falls zufriedenstellend gearbeitet. Die Registrierungen zeigten interessante
Temperaturschwankungen im Gezeitenrhytmus, deren Amplitude zeitweise 1° er
reichte.
Als drittes neues Gerät wurde ein mit Mitteln der DBG beim National Insti
tute of Öceanography in Wormley (N10) bestelltes Salinometer nach Cox erstma
lig zur Bestimmung des Salzgehaltes der Wasserproben an Bord des VFS "Gauß"
während der laufenden Arbeiten des Overflow-Programms benutzt. Die größere
Arbeitsgeschwindigkeit bei erhöhter Genauigkeit gegenüber der bisherigen
Titrationsmethode erlaubte es, bereits beim ersteh Zusammentreffen der am
Overflow-Programm beteiligten Schiffe nach Beendigung des ersten Überlaufes
fertige Salzgehaltsschnitte auszutauschen. Wir sind dem N.I.O. für die recht
zeitige Fertigstellung des Gerätes sowie für die Einweisung des Referenten
in Wormley zu Dank verpflichtet. Nach Abschluß der Arbeiten auf See wurden
mit dem Salinometer Laborversuche unternommen, die Aufschlüsse über die Ver
gleichbarkeit der Meßwerte des Salinometers mit den Titrationswerten und den
durch Wägung bestimmten Salzgehalten ergeben sollte. Vergleichsmessungen, ins
besondere von Ost- und Nordseewasser mit durch destilliertes Wasser verdünntem
Kopenhagener Normalwasser ergaben systematische Unterschiede, die durch weitere
Untersuchungen geklärt werden müssen. Das Salinometer war ursprünglich nur zur
Bestimmung eines Salzgehaltes von etwa 35$o ausgelegt. Um es ohne apparative
Änderung auch für niedrigere Salzgehalte, z.B. der Küstengebiete der Nordsee,
benutzen zu können, wurden entsprechende Umrechnungstabellen berechnet. Der
Gesamtbereich umfaßte nunmehr die Salzgehalte von etwa 23,5$o bis 36,8$o.