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Biegung des Flusses am westlichen Ufer; derselbe muss frei von der Südspitze
der östlichen Grenze der Barre sein,
Nachdem wir der östlichen Brandung bis zu ihrem Ende gefolgt waren,
steuerte der „Bullfinch‘“ quer über nach dem westlichen Ufer, von dem er
535 Met. abblieb. Dieses Ufer ist anscheinend steil abfallend. Während man
bei gleichem Abstande von diesem Ufer abblieb, wurden bis zu der Mündung
des kleinen Armes, an welchem die Stadt Barranquilla liegt, 9.1 und 12.s Met,
Wasser gelothet. Die Stadt liegt ungefähr 1/2 Seem. von dieser Mündung und
6 bis 7 Seem. von der Barre entfernt. In dem Arme sind Wassertiefen von
1.5 bis 3.0 Met.; er wird von Flussdampfern befahren.
Gezeiten. Die Fluthhöhe betrug ungefähr 0.65 Met.; die Strömung im
Flusse hatte eine Geschwindigkeit von ungefähr 2 Seem. die Stunde und nahm
bis auf 3 Seem. die Stunde zu.
Gegenwärtig werden die Producte des Innern auf Flussdampfern nach
Barranquilla gebracht und von dort mit der Eisenbahn nach Sabanilla, woselbst
zie mit Hilfe von Booten an Bord der Schiffe verladen werden.
Der Ankerplatz zu Sabanilla ist zu Wasser 3 Seem. von Salgar ent-
fernt; in letzterem Orte befindet sich das Zollamt und das Ende der Eisenbahn
von Barranquilla. Diese Stadt ist 16 Seem. von Salgar entfernt; der Ankerplatz
zu Sabanilla liegt ungefähr 15 Seem. von der Barre des Magdalenenflusses.“
Ueber die Veränderungen der Inseln und Bänke bei Sabanilla
berichtet Capitain-Lieutenant Chüden ferner Folgendes:
„Die vor Sabanilla liegenden Inseln und Bänke sind scheinbar durch
den Strom sehr bedeutenden Veränderungen unterworfen, denn die von dem
deutschen Geschwader im Jahre 1873 unter dem Commando des damaligen
Capitain zur See, jetzigen Admiral Werner aufgenommene Karte der Bucht
(Tit. VII, No, 22) stimmt heute, in dieser Hinsicht wenigstens, absolut
aicht mehr.
So liegt zum Beispiel die Insel Verde dort, wo die Bake steht, haken-
förmig nach Süden ab. Der südwestliche Theil der Insel Sabanilla ist von
vielen Kanälen durchschnitten. Beides ist aus der obenerwähnten früheren
deutschen Karte nicht zu ersehen,
Der östliche Arm der Insel Sabanilla erstreckt sich mit.nur einer un-
bewaldeten Sandzunge nach dem Dorfe gleichen Namens hinüber, während in
ler Karte unrichtiger Weise eine zweite vorliegende Insel dort verzeichnet
ist. Die bei der Nisperal Spitze angegebene bewaldete Insel ist nur eine
Bank, die bei Hochwasser mit Booten passirt werden kann. Alles dieses
scheint in der französischen Karte (nach den Aufnahmen im Jahre 1873 der
französischen Corvette „le Duchayla“, Commandant la Gougine) richtig nieder-
gelegt zu sein.
Die Peilung des sogenannten Zollhauses vom Leuchtthurm ist diesseits
N20°0, die Entfernung 2564 Met. gefunden. Die Lage der Culebra-Bank durch
Winkel nochmals festzustellen, erlaubten die Umstände nicht, doch ist dieselbe
für die Schifffahrt von keiner Gefahr mehr, seitdem im August d.J. an der
Züdwest-Ecke der Bank eine Boje ausgelegt ist. Diese ist spitz, ca. 1.s Met.
hoch, aus Eisen, schwarz angestrichen, führt mit weissen Buchstaben den Namen
„Culebra“ und liegt auf 12 Met. Wasser ca. '/a Kblg. von der Bank entfernt.
Die Boje peilt vom Leuchtthurm N85°W, vom Zollhaus S62°W (missweisend).
Die Bank erstreckt sich 2 bis 3 Kblg. in der Linie Morro Hermoso- Boje, in
nordöstlicher Richtung. Die geringste auf derselben gelothete Tiefe betrug
31/4 Met. Wenn man, von Norden kommend, Verde-Insel auf 2 bis 3 Kblg.
Distanz passirt hat, wird man die Boje noch nicht ausmachen können. Man
halte daher, bis letztere in Sicht kommt, auf den Westabhang von Morro Cupino,
mit dem Kurs SSO, welcher genügend frei von Culebra Bank führt. Die Bake
auf Verde-Insel ist vorhanden, aber schlecht zu erkennen, besonders in den
Peilungen, wo Bäume der Insel dahinterstehen. Sie peilt vom Leuchtthurm
N 39° W, vom Zollhaus N 67° W.
_ Zum Ansteuern von Sabanilla eignen sich folgende Punkte vorzüglich:
1) Die bei der Eisenbahnstation und neben dem neuen Zollhaus an den Hügeln
hinauf erbauten Häuser des Dorfes Salgar, 2) das schlossartig erbaute, Jetzt
(eerstehende frühere Zollhaus: 3) die tafelförmige höchste Spitze von M. Cupino.
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