Jahresbericht Fr.15/1960
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Die sehr eingehende Aussprache ergab, daß bei keinem Numerierungssystem
auf die Benutzung eines Katalogs verzichtet werden kann und eine Umstellung
keine Verbesserung oder Erleichterung für den Benutzer erbringt. Der Ausschuß
lehnte deshalb eine Umnumerierung der Seekarten ab.
Oberregierungsrat Dr. Mate z k y berichtete in seinem Vortrag "Forderungen
an die Tragweite von Duftschallsignalen" über Untersuchungen, die der
Fachausschuß Akustik im Ausschuß für Funkortung in Zusammenarbeit mit der
Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und dem D.H.I. durchgeführt hat.
Luftschallsignale, die von Schiffen unter bestimmten Voraussetzungen gegeben
werden können oder müssen (Seestraßenordnung), sind bei Unfällen oft nicht
gehört worden. Da das Gesetz keine konkreten Forderungen über die Tragweite
enthält, schien es notwendig, auch im Hinblick auf die Schiffssicherheitskonferenz
I960, sich mit dieser Frage eingehender zu befassen. Ziel der Untersuchungen
war es, ähnlich wie auf dem Gebiet der Positionslichter die dort
zahlenmäßig erfaßbaren Begriffe, Tragweite bezw. Sichtweite, sinngemäß für akustische
Signale festzulegen. Die Verhältnisse auf dem Luftschallgebiet sind
jedoch erheblich komplexer als auf dem Gebiet der Optik, so daß eine zahlenmäßige
Festlegung der "Hörweite" auf große Schwierigkeit stößt, wenn man versucht,
die vom Standpunkt der Schiffssicherheit notwendigen Forderungen mit den technischen
Möglichkeiten in Einklang zu bringen. Da die Wahrnehmbarkeit eines
Schallsignals von der Leistung des Senders, den Ausbreitungsbedingungen des
Schalls in der Atmosphäre, den Eigenschaften des Gehörs und den Störgeräuschen
am Empfangsort abhängt, aber nur Senderleistung und Störgeräusche technisch beeinflußbar
sind, wurde diesen Punkten besondere Aufmerksamkeit zugewandt.
Das Ergebnis der Untersuchungen wurde in Form einer Empfehlung dem Bundesminister
für Verkehr übermittelt. Es besagt in großen Zügen, daß die Senderleistung
nicht beliebig hoch getrieben werden kann, weil die Lautstärke bei ungünstigen
Empfangsverhältnissen nahe der Schmerzgrenze liegen oder sie sogar
überschreiten müßte. Auf vielen Schiffen ist auch die nötige Energie'nicht
vorhanden, um derartige Schalleistungen zu erzeugen. Da man die atmosphärischen
Schallausbreitungsbedingungen (Wind, Temperaturschichtung usw.) nicht beeinflussen
kann, besteht, wenn man sicherstellen will, daß die Schallsignale gehurt
werden, praktisch nur die Möglichkeit, den Störpegel am Empfangsort zu
senken. Dies ist technisch möglich, erfordert aber, einen bestimmten Aufwand.