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Full text: Jahresbericht 1960

Jahresbericht Fr.15/1960 
- Seite 34 - 
Die sehr eingehende Aussprache ergab, daß bei keinem Numerierungssystem 
auf die Benutzung eines Katalogs verzichtet werden kann und eine Umstellung 
keine Verbesserung oder Erleichterung für den Benutzer erbringt. Der Aus 
schuß lehnte deshalb eine Umnumerierung der Seekarten ab. 
Oberregierungsrat Dr. Mate z k y berichtete in seinem Vortrag "Forde 
rungen an die Tragweite von Duftschallsignalen" über Untersuchungen, die der 
Fachausschuß Akustik im Ausschuß für Funkortung in Zusammenarbeit mit der 
Physikalisch-Technischen Bundesanstalt und dem D.H.I. durchgeführt hat. 
Luftschallsignale, die von Schiffen unter bestimmten Voraussetzungen gegeben 
werden können oder müssen (Seestraßenordnung), sind bei Unfällen oft nicht 
gehört worden. Da das Gesetz keine konkreten Forderungen über die Tragweite 
enthält, schien es notwendig, auch im Hinblick auf die Schiffssicherheitskon 
ferenz I960, sich mit dieser Frage eingehender zu befassen. Ziel der Unter 
suchungen war es, ähnlich wie auf dem Gebiet der Positionslichter die dort 
zahlenmäßig erfaßbaren Begriffe, Tragweite bezw. Sichtweite, sinngemäß für aku 
stische Signale festzulegen. Die Verhältnisse auf dem Luftschallgebiet sind 
jedoch erheblich komplexer als auf dem Gebiet der Optik, so daß eine zahlen 
mäßige Festlegung der "Hörweite" auf große Schwierigkeit stößt, wenn man versucht, 
die vom Standpunkt der Schiffssicherheit notwendigen Forderungen mit den tech 
nischen Möglichkeiten in Einklang zu bringen. Da die Wahrnehmbarkeit eines 
Schallsignals von der Leistung des Senders, den Ausbreitungsbedingungen des 
Schalls in der Atmosphäre, den Eigenschaften des Gehörs und den Störgeräuschen 
am Empfangsort abhängt, aber nur Senderleistung und Störgeräusche technisch be 
einflußbar sind, wurde diesen Punkten besondere Aufmerksamkeit zugewandt. 
Das Ergebnis der Untersuchungen wurde in Form einer Empfehlung dem Bundes 
minister für Verkehr übermittelt. Es besagt in großen Zügen, daß die Sender 
leistung nicht beliebig hoch getrieben werden kann, weil die Lautstärke bei un 
günstigen Empfangsverhältnissen nahe der Schmerzgrenze liegen oder sie sogar 
überschreiten müßte. Auf vielen Schiffen ist auch die nötige Energie'nicht 
vorhanden, um derartige Schalleistungen zu erzeugen. Da man die atmosphärischen 
Schallausbreitungsbedingungen (Wind, Temperaturschichtung usw.) nicht beein 
flussen kann, besteht, wenn man sicherstellen will, daß die Schallsignale ge 
hurt werden, praktisch nur die Möglichkeit, den Störpegel am Empfangsort zu 
senken. Dies ist technisch möglich, erfordert aber, einen bestimmten Aufwand.
	        
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