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Full text: Jahresbericht 1960

Ansprache des Herrn Bundesverkehrsministers 
- Seite 9 - 
Wie auf allen Gebieten, so waren auch hier 1945 fast alle Verbindungen mit 
dem Ausland abgeschnitten worden. Hie Bekanntschaften Br.Böhneckes mit aus 
ländischen Hydrographen waren die Anknüpfungspunkte für neue internationale 
Beziehungen. In zäher, an die Eigenarten der internationalen Situation sorg 
sam angepaßter Arbeit hat es Hr.Böhnecke verstanden, sein Institut in ver 
hältnismäßig wenigen Jahren wieder zu Hang und Ansehen zu bringen. Seit 1952 
ist die Bundesrepublik Beutschland wieder Mitglied des Internationalen Hydro 
graphischen Büros in Monaco. 1957 wurde Hr.Böhnecke einstimmig zum Präsiden 
ten der alle 5 Jahre tagenden Internationalen Hydrographischen Konferenz ge 
wählt. Hamit wurde erstmalig in der Geschichte dieses hervorragenden, interna 
tionalen Gremiums ein Beutscher mit dieser hohen Aufgabe betraut. Gibt es 
eine bessere Anerkennung für das Werk Br.Böhneckes und seiner persönlichen 
Pähigkeiten, als eine so schwierige Internationale Tagung zum Erfolg geführt 
zu haben? 
1957 bildete der Internationale Hat Wissenschaftlicher Unionen ein "Special 
Committee on Oceanic Hesearch", dessen Sekretär Hr.Böhnecke wurde. Hie auf 
der letzten Tagung der UNESCO beschlossene Bildung einer "Intergovenmental 
Oceanographic Commission" geht im wesentlichen auf die persönlichen Vor 
stellungen und Vorarbeiten von Hr.Böhnecke zurück. 
Im Internationalen Rat für Meeresforschung ist Hr.Böhnecke eine der bekann 
testen Erscheinungen. Auch hier hat er weit über seine eigentlichen Aufgaben 
als Behördenleiter hinaus an der Spitze seiner Mitarbeiter Beträchtliches 
geleistet, um Deutschland wieder in die internationale wissenschaftliche und 
praktische Welt der Hydrographie zurückzuführen und zu neuer Anerkennung zu 
verhelfen. Diesen internationalen Aufgaben wird auf meine ausdrückliche Bitte 
hin Dr.BÖhnecke sich auch künftig widmen. Hier wird er noch für lange Zeit 
nicht zu ersetzen sein. 
Der Weg Br.Böhneckes bis an die Spitze des DHI, und das, was er hier geleistet 
hat, ist wirklich nicht leicht gewesen. Aber er entstammt einem harten Ge 
schlecht. Sein heute 92jähriger Vater erfreut sich noch guter Gesundheit. Wenn 
Sie so wollen, war Dr.BÖhnecke als Sohn eines Reichsbankrats bereits durch die 
Geburt für den öffentlichen Bienst bestimmt. Nach dem Schulbesuch und dem 
Studium der Geographie und der Meereskunde in Berlin, das er mit einer Disser 
tation zur Hydrographie der Nordsee abschloß, war er Hilfsassistent, Assi 
stent und Kustos am Institut für Meereskunde der Universität Berlin und Stipen 
diat der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft. 
1925 bis 1927 nahm er an der in aller Welt berühmt gewordenen Deutschen Atlan 
tischen Expedition auf dem Vermessungsschiff "Meteor" teil, 1929 bis 1933 an 
Pischereischutzfährten mit "Meteor" in grönländischen Gewässern. 1937 gehörte 
er der zweiten Deutschen Atlantischen Expedition mit "Meteor" an. Insgesamt
	        
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