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Full text : Jahresbericht 1961

-  Seite  51

Gezeiten,  Nautische  Astronomie,  Zeitdienst,  Rechenanlage
Das  vierte  Internationale  Symposium  über  Erdgezeiten  in  Brüssel  (IUGG)
und  ein  Colloque  sur  l'emploi  du  calcul  automatique  pour  le  traitement  des
problèmes  relatifs  aux  marées  (IUGG,  AIOP,  Committee  on  îides)  boten  dem
Referenten  Gelegenheit,  die  Verfahren  eingehend  zu  erläutern,  die  das  D.H.I.
in  den  letzten  zehn  Jahren  zur  Analyse  und  Vorausberechnung  eingeführt  hat.
Die  Diskussionen  ergaben  eine  Klärung  und  weitgehend  einer  Annäherung  der
Standpunkte.
c)  Windstau-  und  Sturmflutwamdienst.  Wie  bisher  wurde  der  Dienst  unter
wetterkundlicher  Beratung  durch  den  Deutschen  Wetterdienst,  Seewetteramt
Hamburg,  und  mit  personeller  Unterstützung  seitens  der  Abteilung  IV  durchgeführt. ­
  Die  Vorhersage  der  Hochwasserstände  an  der  deutschen  Nordseeküste  hat
der  Nord-  bzw.  Westdeutsche  Rundfunk  auf  Mittelwelle  im  Anschluß  an  die
Nachrichtensendungen  um  09.00  und  22.00  Uhr  regelmäßig  verbreitet.
Im  Berichtsjahr  wurden  über  den  Rundfunk  22  "Sturmflutwarnungen"  bzw.
"Warnungen  an  die  Schiffahrt"  ausgegeben.  Ein  fester  Empfängerkreis,  dem
nunmehr  214  Behörden  und  Firmen  angehören,  hat  durch  Posttelegramme  (im  Hamburger ­
  Raum  fernmündlich)  1287  Warnungen  vor  Sturmfluten  bzw.  niedrigen
Wasserständen  erhalten.  An  amtliche  und  private  Stellen  waren  fast  täglich
telefonische  Auskünfte  besonderer  Art  über  Hoch-  und  Niedrigwasser  im  gesamten ­
  deutschen  Nordseeküstenbereich  zu  erteilen,  ferner  einzelne  Wasserstandsvorhersagen ­
  für  die  Ostsee-Küste  Schleswig-Holsteins.  Der  Auskunftsdienst ­
  für  den  Hamburger  Raum  wird  bei  Sturmfluten  wesentlich  entlastet  durch
den  Fernsprechsonderdienst  der  Bundespost,  Rufnummer  Hamburg  4163.
Für  die  Schleswig-Holsteinische  Ostseeküste  wurden  eine  Sturmflutwarnung
über  den  Rundfunk  und  29  telegraphische  Warnungen  ausgegeben.  Mit  den  Warndiensten ­
  der  Niederlande  und  Englands  wurden  weiterhin  Vorhersagen  und  Beobachtungen ­
  ausgetauscht.

2.  Nautische  Astronomie  und  Navigationsmethode
Der  Jahrgang  1962  des  Nautischen  Jahrbuches  erschien  im  Mai  1961.  Die
Druckvorlage  des  Nautischen  Jahrbuches  1963  wurde  bis  zum  Jahresende  fertiggestellt.
  Für  verschiedenen,  vor  allem  gerichtliche  Zwecke,  angeforderte  Angaben ­
  über  Stellungen  von  Gestirnen  und  Zeiten  von  Auf-  und  Untergängen  von
Sonne  und  Mond  wurden  an  Interessenten  gegeben,  u.a.  besonders  an  das  Seewetteramt, ­
  für  den  Fischerei-Almanaeh,  für  den  Gezeitenkalender  und  für  Verlage ­
  und  Zeitungen.  Der  Sachbearbeiter  Nautisches  Jahrbuch  unterstützte  wie
im  Vorjahr  die  Zeitdienstbeobachtungen  des  Referates  VC.
            
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