Meereskunde, Erdmagnetismus und Seegravimetrie
Wasser- und Schiffahrtsverwaltung konnte das Gerätelager einen bescheidenen
Raumgewinn erzielen. " ' ’
In Zusammenarbeit mit der Versuchswerkstatt wurden Pläne zum Selbstbau
einer kleinen Eichanlage für Strömungsmesser entworfen, und es wurde mit den
Vorarbeiten begonnen.
Eie theoretischen Untersuchungen über Diffusionsvorgänge sowie über die
turbulenten Geschwindigkeitsschwankungen von Strömen wurden weitergeführt.
4. Chemie und Radioaktivität des Meerwassers
Während des Berichtsjahres wurde der Salzgehalt von etwa 12 000 Meer
wasserproben im Laboratorium bestimmt. Die Erhöhung um rund 2000 Proben ge
genüber dem Vorjahr ist durch eine Intensivierung der Beobachtungstätigkeit
auf dem Ostsee-Eeuerschiff "Kiel" bedingt, wo statt einer Oberflächenprobe
täglich eine Vertikalserie genommen wird. Zur Zeit fallen etwa 2/3 der
Wasserproben auf die international vereinbarten Routine-Beobachtungen (Nord-
und Ostsee-Eeuerschiffe, Helgoland und die Sehiffsroute Hamburg-Hull). Der
Rest der Proben stammt von Eorschungsfahrten. Eine geringe Arbeitsentlastung
wurde im vergangenen Jahr dadurch erreicht, daß ein Teil der zu untersuchen-
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den Wasserproben mit dem schneller und genauer arbeitenden Salinometer '
bestimmt wurde. Über die Eortschritte in der Untersuchung der im Meerwasser
gelösten Humusstoffe wurde auf einer Tagung im Institut für Meereskunde in
Kiel im Oktober berichtet. Eine Veröffentlichung dieses Vortrages wird vor
bereitet.
Die chemische Arbeit in den provisorischen laborräumen in Alsterdorf zur
Untersuchung der radioaktiven Beimengungen im Meerwasser konnte Anfang des
Jahres voll aufgenommen werden.
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Es wurden Methoden zur Bestimmung von Sr und Cs ausgearbeitet bzw.
bekannte Bestimmungsmethoden überprüft und für die speziellen Probleme, die
beim Arbeiten mit SeeWasser auftreten, abgeändert.
Seit Anfang April 1961 sind 2 registrierende Meßanlagen zur kontinuier
lichen Bestimmung der Brutto-Gamma-Aktivität des Meerwassers (Oberflächen
wasser) auf VES "Gauß" und VS "Süderoog" in Erprobung. Die Geräte haben
sich, abgesehen von Anfangsstörungen, als brauchbar erwiesen. Es konnte in
einem Eall nördlich Norderney eine leicht erhöhte Aktivität des Oberflächen
wassers gemessen werden. Die chemische Aufarbeitung der genommenen Wasser
proben ergab gegenüber einer Wasserprobe von Helgoland, einen auf knapp das
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dreifache erhöhten Gehalt an Sr und Cs.
9) Vgl. Jahresbericht Nr. 15, I960, S. 52.
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