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Full text: Jahresbericht 1962

- Seite 79 - 
NAUTISCHE TECHNIK 
1. Wissenschaftlich-technische Arbeiten, Baumusterprüfungen. 
Forschungsaufgaben auf dem Gebiet der nautischen Geräte 
a) Magnetkompasse, Schiffsmagnetismus - Nie internationale Zusammenarbeit 
auf dem Gebiet des Magnetkompaßprüfwesens gab Veranlassung zu Verfahrensunter 
suchungen über die Prüfung von Kompassen auf etwaigen Eisengehalt der Kompaß 
kessel, Kardanringe usw. Desgleichen wurden verschiedene Arten von dynamischen 
Prüfverfahren verglichen und dabei festgestellt, daß die Bewegung einer Flüid- 
kompaßrose erheblich von der Gestaltung der umgebenden Teile beeinflußt wird, 
ein Umstand, auf den die Hersteller künftig mehr Gewicht legen sollten. Ein 
weiteres Prüfverfahren wurde erprobt, um die Polverteilung in ringförmigen Kom 
paßmagneten zu ermitteln. 
Die im Vorjahr begonnene Entwicklung eines magnetischen Induktionskompasses 
wurde weitergeführt, nachdem die technischen Einrichtungen geschaffen waren. 
Die Gleichstromversorgung der Straßenbahnen verursacht nämlich starke magneti 
sche Störungen im Hauptgebäude des Instituts, die in einem hinreichend großen 
Bereich um den Arbeitsplatz soweit verringert werden mußten, daß laborarbeiten 
an magnetischen Meß- und Prüfgeräten sowie an magnetischen Kompassen ohne we 
sentliche Beeinträchtigung durchgeführt werden können. Durch kombinierte An 
wendung einer doppelten Abschirmung durch Weicheisenzylinder und eines durch 
eine Feldmeßsonde automatisch gesteuerten Gegenfeldes ist es gelungen, die bis 
20 Millioersted betragenden kurzzeitigen Schwankungen des Horizontalfeldes auf 
4 bis 6y , d.h. auf 2 bis zu verringern. 
Für das große Schaukelgerät zur dynamischen Kompaßprüfung wurde ein neuer, 
pneumatisch-hydraulischer Antriebsmechanismus mit photoelektrischer Selbst 
steuerung entworfen und von der Versuchswerkstatt gebaut. Dieser Antrieb arbei 
tet weitgehend prellfrei, wie durch Messung des Beschleunigungsverlaufs festge 
stellt wurde. Auch die Regelung wirkt sehr präzise und hält selbst bei stunden 
langem Betrieb die Schaukelamplitude auf 0,5 cm konstant. Das Gerät wurde u.a. 
bei der dynamischen Prüfung verschiedener Kreiselkompaßsysteme benutzt. 
Das batteriegespeiste Magnetfeldmeßgerät mit Dreifachsonde zur Feldmessung 
an Bord wurde durch einen leicht transportablen Miniatur-Kompensographen der 
Firma Philips ergänzt. Das Drehspul-Anzeigeinstrument ist seegangsabhängig; die 
Rückwirkung des Seegangs über das Instrument auf den Kompensographen wird durch 
Anbringen einer besonderen Ausgangsschaltung verhindert. Das Gerät hat sich - 
bei der Erforschung des Fremdfeldeinflusses auf die Schirmbildanzeige von Ra 
dargeräten - während einer Meßfahrt des VFS "Gauß" sehr bewährt; es war möglich,
	        
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