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NAUTISCHE TECHNIK
1. Wissenschaftlich-technische Arbeiten, Baumusterprüfungen.
Forschungsaufgaben auf dem Gebiet der nautischen Geräte
a) Magnetkompasse, Schiffsmagnetismus - Nie internationale Zusammenarbeit
auf dem Gebiet des Magnetkompaßprüfwesens gab Veranlassung zu Verfahrensunter
suchungen über die Prüfung von Kompassen auf etwaigen Eisengehalt der Kompaß
kessel, Kardanringe usw. Desgleichen wurden verschiedene Arten von dynamischen
Prüfverfahren verglichen und dabei festgestellt, daß die Bewegung einer Flüid-
kompaßrose erheblich von der Gestaltung der umgebenden Teile beeinflußt wird,
ein Umstand, auf den die Hersteller künftig mehr Gewicht legen sollten. Ein
weiteres Prüfverfahren wurde erprobt, um die Polverteilung in ringförmigen Kom
paßmagneten zu ermitteln.
Die im Vorjahr begonnene Entwicklung eines magnetischen Induktionskompasses
wurde weitergeführt, nachdem die technischen Einrichtungen geschaffen waren.
Die Gleichstromversorgung der Straßenbahnen verursacht nämlich starke magneti
sche Störungen im Hauptgebäude des Instituts, die in einem hinreichend großen
Bereich um den Arbeitsplatz soweit verringert werden mußten, daß laborarbeiten
an magnetischen Meß- und Prüfgeräten sowie an magnetischen Kompassen ohne we
sentliche Beeinträchtigung durchgeführt werden können. Durch kombinierte An
wendung einer doppelten Abschirmung durch Weicheisenzylinder und eines durch
eine Feldmeßsonde automatisch gesteuerten Gegenfeldes ist es gelungen, die bis
20 Millioersted betragenden kurzzeitigen Schwankungen des Horizontalfeldes auf
4 bis 6y , d.h. auf 2 bis zu verringern.
Für das große Schaukelgerät zur dynamischen Kompaßprüfung wurde ein neuer,
pneumatisch-hydraulischer Antriebsmechanismus mit photoelektrischer Selbst
steuerung entworfen und von der Versuchswerkstatt gebaut. Dieser Antrieb arbei
tet weitgehend prellfrei, wie durch Messung des Beschleunigungsverlaufs festge
stellt wurde. Auch die Regelung wirkt sehr präzise und hält selbst bei stunden
langem Betrieb die Schaukelamplitude auf 0,5 cm konstant. Das Gerät wurde u.a.
bei der dynamischen Prüfung verschiedener Kreiselkompaßsysteme benutzt.
Das batteriegespeiste Magnetfeldmeßgerät mit Dreifachsonde zur Feldmessung
an Bord wurde durch einen leicht transportablen Miniatur-Kompensographen der
Firma Philips ergänzt. Das Drehspul-Anzeigeinstrument ist seegangsabhängig; die
Rückwirkung des Seegangs über das Instrument auf den Kompensographen wird durch
Anbringen einer besonderen Ausgangsschaltung verhindert. Das Gerät hat sich -
bei der Erforschung des Fremdfeldeinflusses auf die Schirmbildanzeige von Ra
dargeräten - während einer Meßfahrt des VFS "Gauß" sehr bewährt; es war möglich,