Jahresbericht Nr. 17/1962
- Seite 74 -
Sendestelle für die Zeitzeichen auf der Grenzwelle ist weiterhin Norddeich.
Die Schwankungen der Leitungsverzögerung Hamburg - Norddeich sind durch die
2000 Hz-Leitungstastung vermindert worden.
Zum Studium der Empfangsverhältnisse in Europa stellte die Bundespost ent
gegenkommenderweise während des Sommerhalbjahres einen Kurzwellensender in
Elmshorn zur Verfügung. Über diesen Sender wurde das Mittagssignal in halbmonat
lichem Wechsel auf zwei zusätzlichen Frequenzen ausgestrahlt.
Für die 2000 Hz-Leitungstastung mußte ein Umsetzgerät entworfen und gebaut
werden. Es ist in vier Baugruppen unterteilt, die steckbar ausgeführt wurden
und sicherheitshalber doppelt vorhanden sind.
Die Signalgeber für Elmshom/Norddeich erhielten Eelaissätze, welche von et
wa 10 Minuten bis kurz vor Signalbeginn zum Einpegeln der Sender die 2000 Hz-
Frequenz auf die Leitung schalten.
Zur weiteren Steigerung der inneren Genauigkeit der Zeitzeichen und zur Er
höhung der Betriebssicherheit sollen die Impulseinsätze unter Verwendung von
Halbleiterelementen geformt und die mechanischen Relais zwischen dem Impuls
geber und der Leitung zum Sender durch elektronische Schaltelemente ersetzt
werden. Die Entwürfe und Vorarbeiten für die dazu notwendigen Geräte sind ab
geschlossen.
Seit 1. Juni liegen die vormittags über DCF77 (Funksendestelle Mainflingen)
ausgestrahlten Zeitzeichen des D.H.I. aus programmtechnischen Gründen eine
Stunde früher. Am 1. Juni wurde in Mainflingen auch der im Vorjahr auf Magnet
impulstastung umgebaute Zeitsignalgeber in Betrieb genommen. Der zweite Geber
ist inzwischen ebenfalls umgebaut worden und steht als Reservegeber zur Ver
fügung.
Die Steuerung der Hauptuhr der Bundesbahndirektion Hamburg, von der sämt
liche Bundesbahnuhren abhängen, verlief ohne nennenswerte Störungen. Dasselbe
gilt für die Steuerung der zentralen Uhrenanlage der Hamburger Hochbahn, des
Norddeutschen Rundfunks, Abteilung Fernsehen, und der Hauptuhr einer Hamburger
Herstellerfirma für Schiffs-Chronometer.
Wie in den Vorjahren wurden täglich etwa 60 in- und ausländische Funkzeit
zeichen aufgenommen und auf das eigene Zeitsystem, das auf den Beobachtungen
am P.Z.R. beruht, bezogen. Die monatlichen Zirkulare "Zeitsignalaufnahmen,
astronomische Zeit- und Breitenbestimmungen" wurden an 131 Interessenten, zum
Teil im Austausch gegen deren Meßwerte, versandt.