Geophysik und Astronomie
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hei der Reduktion der laufenden Zeit- und BreitenbeStimmungen verwendet. Die
Naöhtmittel in Breite 1957/58 wurden wunschgemäß den zentralen Bearbeitungs
stellen in Paris und Washington mitgeteilt; eine detaillierte Veröffentlichung
der P.Z.R.-Beobachtungen während des Internationalen Geophysikalischen Jahres
ist in Vorbereitung.
Es wurde untersucht, ob die Zeitbestimmungen mit dem P.Z.R. durch die im
Beobacihtungsraum effektiv vorkommenden ost-westlichen Temperaturgradienten
spürbar systematisch verfälscht werden. Die über zwei Jahre vorliegenden sta
tistisch bearbeiteten Meßwerte ließen keine Abhängigkeit erkennen.
Das Institut für Angewandte Geodäsie, Prankfurt, führte astronomische Län
genbestimmungen sowohl am ehemaligen Aufstellungsort des Durchgangsinstruments
als auch in unmittelbarer Nähe des P.Z.R. durch. Die Ergebnisse dieser Messun
gen werden zur Klärung des 1957/58 festgestellten systematischen Unterschieds
zwischen den Zeitbestimmungen am P.Z.R. und am Durchgangsinstrument beitragen.
b) ZeitheWahrung - Gegen Jahresende wurde eine Quarzuhr beschafft, deren
neuartige Konstruktion sehr gute Gangleistungen erwarten läßt. Damit stehen
jetzt zwei besonders gute Quarzuhren zur Verfügung. Für den laufenden Dienst
wurden ferner, wie auch in den Vorjahren, zwei Quarzuhren der Physikalisch-
Technischen Bundesanstalt mit verwendet, deren Kontakte im einen Pall zweimal
wöchentlich auf dem Leitungsweg, im anderen Pall werktäglich drahtlos übermit
telt werden. Die astronomischen Stände einer dieser Uhren wurden der Physika
lisch-Technischen Bundesanstalt mitgeteilt.
Mit dem Fernmeldetechnischen Zentralamt in Darmstadt wurden, wie bisher,
über eine festgeschaltete Leitung Quarzuhrenkontakte und -frequenzen ausge--
tauscht.
Beim Zusammenbruch der Stromversorgung infolge der schweren Sturmflut im
Februar hat sich die Notstromanlage gut bewährt. Eine nicht mehr genügend lei
stungsfähige Batterie der Anlage wurde erneuert.
c) Zeitkundgebung - Die früher über Norddeich auf Kurzwellen gesendeten
Zeitsignale werden seit 21. März über die Sendefunkstelle Elmshorn ausgestrahlt.
Mit dem Übergang auf die neuen Sender wurde die Leitungstastung von Gleichstrom
auf 2000 Hz Wechselstrom umgestellt. Die unerwünschten Schwankungen der Lei
tungsverzögerung von Hamburg zu den Kurzwellensendern sind seither fast voll
ständig verschwunden. Von Vorteil ist auch, daß die Elmshomer Signale in Ham
burg stets einwandfrei registriert werden können.