Jahresbericht Nr. 17/1962
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Mit dem 250/3750 mm photographischen Zenitfernrohr (P.Z.R.) wurden für
Zeit- und Breitenbestimmungen in 92 Nächten insgesamt 1 709 Sterne auf Plat
ten des Formats 5 x 6 cm aufgenommen. Das Instrument hat ohne größere Störun
gen gearbeitet. Die Meßvorrichtung zum Justieren der Drehung des Instrumenten
kopfes um genau 180° wurde verbessert, und es wurden weitere Einzelteile für
die im Vorjahr entworfene automatische Zyklussteuerung gefertigt.
Seit Beginn des Jahres werden die Ergebnisse der Breitenhestimmungen monats
weise in kürzester Frist dem Zentralbüro des Service Rapide des Latitudes mit
geteilt. Sie werden dort zur Bestimmung der Polbewegung mit verwendet, deren
Kenntnis für die Ableitung einer einheitlichen astronomischen Weltzeit notwen
dig ist.
Die Termine für die Mitteilung 'an das Zentralbüro konnten stets, wenn auch
manchmal nur mit Schwierigkeit, eingehalten werden. In Zukunft wird dies weni
ger schwerfallen: Seit Mitte Oktober werden fast alle Rechenarbeiten bei der
Auswertung der astronomischen Beobachtungen durch das Referat Rechenanlage mit
der neu aufgestellten elektronischen Rechenmaschine durchgeführt. Für die Probe
rechnungen zur Kontrolle der Programmierung war ein Beispiel konstruiert und
durohgerechnet worden, das alle Rechenoperationen enthielt, die in diesem Zusam
menhang Vorkommen können. Der Einsatz der Maschine bedeutet auch für den lau
fenden Zeitdienst eine spürbare Erleichterung.
Mit der Hamburger Sternwarte wurden, wie in den Vorjahren, laufend die Er
gebnisse der astronomischen Zeitbestimmungen und Quarzuhrkontakte ausgetauscht.
Für die am dortigen Meridiankreis beobachteten Programmsteme des P.Z.R. wur
den die Reduktionen vom scheinbaren Ort der Epoche auf den mittleren Ort 1950.0
berechnet. Die Meridiankreisbeobachtungen' sind Mitte des Jahres abgeschlossen
worden. Die Örter liegen noch nicht endgültig reduziert vor.
Die Sternwarte München hat im Berichtsjahr die Örter der an ihrem Meridian
kreis beobachteten Programmsterne des P.Z.R. veröffentlicht. Das Münchener Sy
stem stimmt in beiden Koordinaten mit dem eigenen zufriedenstellend überein.
Die Ergebnisse der Beobachtungen in München werden später, beim endgültigen
Anschluß des D.H.I.-Systems an den Fundamentalkatalog, zusammen mit denen der
Hamburger Sternwarte, des U.S. Naval Observatory und sowjetrussischer Sternwar
ten verwendet.
Die während des Internationalen Geophysikalischen Jahres im Programm "Län
gen und Breiten" mit dem P.Z.R. durchgeführten astronomischen Beobachtungen
wurden mit verbesserten Stemörtern neu reduziert. Diese Örter, aus etwa
8 000 Sternbeobachtungen mit dem P.Z.R. abgeleitet, werden seit Jahresbeginn