Geophysik und Astronomie
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Die Drage der Nutzung künstlicher Satelliten für die Navigation und auch
für andere Zwecke wurde weiter verfolgt, u.a. in Zusammenarbeit mit dem
Battelle-Institut Frankfurt und dem Institut für Flugfunk der Deutschen Ver
suchsanstalt für Luftfahrt in Oberpfaffenhofen, mit der Gesellschaft für Or
tung und Navigation und mit amerikanischen Fachstellen. Mit der genannten Ge
sellschaft und der Nachrichtentechnischen Gesellschaft wurde die Normung von
Radarausdrücken gefördert, hierfür und für die Arbeiten am Navigationslexikon
wurde die Zusammenarbeit mit dem Terminologieausschuß der Bundeswehr aufgenom
men. Die Zusammenstellung von Begriffsbestimmungen für das Navigationslexikon
wurde im Berichtsjahr abgeschlossen, für einen großen Teil der Wörter liegt
auch die endgültige Stellungnahme der beteiligten Interessenten vor, die nun
verarbeitet wird.
Die Bearbeitung eines Buches für Radar auf der Brücke von Seeschiffen konn
te in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Ortung und Navigation, den See
fahrtschulen und anderen Experten weiterentwickelt werden. Eine weitere Tätig
keit auf dem Radargebiet bestand in der Sammlung von Verfahren und Geräten für
das Auswerten von Radarschirmbildern. Der zuständige Sachbearbeiter legte hier
für einen mit Interesse aufgenommenen Vorschlag einer Auswertescheibe vor, die
als besonders einfach beurteilt wird. Endlich wurde die Untersuchung der Lei
stung des Benutzers von Radar beim Beobachten und Auswerten durch psychologisch
physiologische Arbeiten weiter gefördert, vom Referenten selbst wurde mit Psy
chologen ein Fragebogen erarbeitet, durch einige kurze Schiffsreisen getestet
und dann auf fast alle mit Radar ausgerüsteten deutschen Schiffe gegeben; die
Rücksendung der ausgefüllten Bogen erfolgte bei über der Hälfte der Befragten
sehr schnell, die Auswertung verspricht wichtige Ergebnisse.
Verfahren der Navigation mit Inertialgeräten konnten durch Teilnahme an ei
ner Diskussion in Paris und an einer Vorführung der Fa. Litton in Bonn näher
studiert werden.
Die nautische Zeitschrift "Der Seewart" erhöhte ihren Absatz, sie erhielt
einen neuen Einband in Glanzpapier mit einem Titelbild im Vier-Farben-Druck.
3. Zeitdienst und Chronometrie
a) Zeit- und Breitenbestimmung - Auf Beschluß der Internationalen Astrono
mischen Union hat das Bureau International de l'Heure für die am internationa
len Zeitdienst beteiligten Institute neue Längen abgeleitet. Seit 1. Januar
1962 bezieht sich das Zeitsystem des D.H.I. auf die konventionelle Länge
00 h 40 m 03?679 Ost (vorher 00 h 40 m 03?664 Ost).