Jahresbericht Nr. 17/1962
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Täglich erhielten die Elbe-Lotsen morgens und abends Hoch- und Niedrig
wasservorhersagen für Hamburg und Cuxhaven und der geophysikalische Beratungs
dienst der Bundeswehr erhielt fernschriftlich über das Seewetteramt Hamburg
Warnungen und Vorhersagen.
Zwischen dem Deutschen Hydrographischen Institut und dem Wetterdienst wurde
eine Verwaltungsvereinbarung getroffen, in der die Aufgaben und die Zusammen
arbeit auf dem Gebiet der Wasserstandsvorhersage und der Sturmflutwarnung ent
sprechend der bisherigen Übung geregelt sind. Das Deutsche Hydrographische In
stitut sagt die Wasserstände voraus und warnt vor Sturmfluten; es gibt von ei
ner bestimmten Höhe an Vorhersagen und Warnungen an die Wetterämter Bremen und
Schleswig. Die Dienststellen des Deutschen Wetterdienstes sind berechtigt, bei
Auskünften an Behörden und Private diese Vorhersagen unter Hinweis der Herkunft
zu verwenden.
Das Jahr 1962 wies besonders viele Sturmfluten auf. Der Sturmflutwarndienst,
der seit über 4-0 Jahren besteht, erfuhr bei der Katastrophenflut vom 16./17.
Februar 1962 seine bisher stärkste Belastung. Nach dieser Sturmflut bestand 7
Wochen lang durchgehender Tag- und Nachtdienst wegen der beschädigten Deiche.
2. Navigationsverfahren
Der Jahrgang T963 des Nautischen Jahrbuchs erschien im Mai 1962. Die Druck
vorlage des Nautischen Jahrbuchs 1964 wurde bis zum Jahresende fertiggestellt.
An das Seewetteramt, für den G&zeitenkalender, für den Fischerei-Almanach, für
verschiedene Verlage und Zeitungen aber auch für gerichtliche Zwecke wurden
Stellungen von Gestirnen und Auf- und Untergangszeiten errechnet und Auskünfte
erteilt. Der Sachbearbeiter für das Nautische Jahrbuch nahm an den Zeitdienst
beobachtungen teil.
In Zusammenarbeit mit dem Leiter der Seevermessung wurde eine Zusammenstel
lung über Funkortungsverfahren im Dienste der Küstenvermessung verfaßt. Der Re
ferent nahm zu diesem Zwecke an kurzen Erprobungen der Verfahren Rana, Hydro-
dist und Elektrotape teil. Die Zusammenstellung umfaßt den Stand der Kenntnisse
von Ende 1962, der bei der raschen Entwicklung auf diesem Gebiet bald überholt
sein wird, so daß laufend Weiterarbeit zu leisten ist.
Der nautische Sachbearbeiter nahm an einer Informationsreise mit MS "Prospek-
ta" von Suez nach Elsfleth teil, um die Verwendung moderner Funkjjavigationsver-
fahren und den Einsatz von Radar zu studieren; für die genannte Zusammenstel
lung konnten dabei einige praktische Gesichtspunkte für Lorac gewonnen werden.