Jahresbericht Nr. 17/1962
- Seite 62 -
Der Geräte-Leihverkehr hatte einen etwas geringeren Umfang als in den Vor
jahren.
Für die Bundesmarine wurden die Eichungen von 15 Bathythermographen über
prüft .
4. Chemie und Radioaktivität des Meerwassers
Wie in den vorangegangenen Jahren wurde auch im Berichtsjahr der Salzgehalt
von etwa 12 000 Wasserproben, die von den Feuer- und Handelsschiffen und der
Biologischen Anstalt Helgoland gesammelt wurden oder auf Forsohungsfährten an
fielen, bestimmt. Die Arbeiten konnten zum Teil mit studentischen Hilfskräften
erledigt werden. Die wissenschaftlichen Arbeiten im meereskundlich-chemischen
Laboratorium betrafen vorwiegend die analytische Erfassung der im Meerwasser
gelösten organischen Komponenten. Zur Untersuchung der humusartigen Stoffe wur
de eine größere Anzahl von Wasserproben aus verschiedenen Meeresgebieten mit
geringem Trübstoffgehalt optisch untersucht. Die bisherigen Ergebnisse von Flu
oreszenz-Untersuchungen in den irdischen Wasservorkommen wurden zusammengefaßt
und stehen vor der Veröffentlichung.
In Fortführung der im Jahre 1961 begonnenen Ausarbeitung von Analysenverfah
ren für die Untersuchung von Meerwasserproben auf einzelne künstlich radioakti
ve Elemente wurden weitere neue Methoden entwickelt. Ein Verfahren zur schnel
len Bestimmung der Brutto-Beta-Aktivität von Seewasser unter weitgehendem Aus
schluß der natürlichen Kalium- und Rubidium-Aktivität und eine Analysenmethode
zum Nachweis der biologisch wichtigen Isotope Eisen-55 und Eisen-59 in Seewas
ser wurden ausgearbeitet. Im Verlaufe dieser Arbeiten gelang auch die Aufstel
lung eines Gesamt-Analysenganges, der die Abtrennung der interessierenden akti
ven Elemente mit Ausnahme von Jod-131 durch Gruppenfällungen in einem fortlau
fenden Arbeitsgang aus einer Wasserprobe gestattet. Nachweismethoden für ein
zelne aktive Isotope aus diesen Gruppenfällungen sind in Bearbeitung.
Die Gamma-Aktivität des Oberflächenwassers wurde mit den auf VFS "Gauß" und
VS "Süderoog" eingebauten kontinuierlich registrierenden Meßanlagen in den
Fahrtgebieten der Schiffe überwacht.
Dabei konnte von VS "Süderoog" im Juli im Gebiet der Außenjade eine durch
kurzlebige Gamma-Strahlung hervorgerufene starke Aktivitätserhöhung des Meer
wassers gemessen werden. Infolge des schnellen Aktivitätsabfalles ließ sich
die Art der Elemente aber nicht feststellen. Es wurden folgende Gamma-Aktivi
täten gemessen: