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SeeVermessung
In dem nördlich der 6 m-Tiefenlinie gelegenen Teil der Vermessungsaufgabe
"Das Seegebiet zwischen der Kieler Förde und der Howachtbucht" (0 10) und im
äußeren Teil der beiden Vermessungsaufgaben "Norderpiep" und "Süderpiep und
Falsches Tief" (IT 18, nördl. u. südl. Teil) wurden die Schiffsorte nach dem
Decca-Navigator-Verfahren bestimmt. Bei der ersten Aufgabe wurde die dänische
Decca-Kette benutzt; bei den beiden anderen Aufgaben wurde zur Erzielung gün
stiger Hyperbel-Schnittwinkel mit je einer Hyperbelschar der deutschen und der
dänischen Decca-Kette und dementsprechend auch mit zwei Decca-Navigator-Emp-
fangsanlagen gearbeitet. Die Kontrollvermessungen im See- und Wattengebiet vor
der Küste von Süderdithmarschen und im Hebenfahrwasser Klotzenloch (N 16), in
der Eider und im Wesselburener Loch (N 19/20), im westlichen Teil der Süder-
aue (N 23, westl. Teil) und im Lister Tief (H 30) haben stellenweise erhebli
che topographische Veränderungen gegenüber den vorangegangenen Vermessungen
ergeben.
Bei den Vermessungsarbeiten wurden insgesamt 4 518 sm Lotprofile gegenüber
rd. 4 515 sm im Vorjahr abgelaufen. Auf den ständigen An- und Abmarschwegen
in die jeweiligen Arbeitsgebiete legten die Vermessungsschiffe einschließlich
der im Abstand von zwei Monaten notwendigen Fahrten zum Entmagnetisieren
3 937 sm und damit 1 723 sm weniger zurück als in der Vermessungsperiode 1961.
Das Verhältnis der Gesamtlänge der Lotprofile zur Gesamtlänge der An- und Ab
marschwege ist im Berichtsjahr bedeutend günstiger als in den Jahren 1959/1061
Dies ist sowohl auf die besseren Arbeitsbedingungen in der Ostsee als auch auf
die in diesem Jahr im allgemeinen geringeren Entfernungen zwischen den Vermes
sungsgebieten und den Einsatzhäfen in der Nordsee zurückzuführen.
Das Vermessungs- und Forschungsschiff "Gauß" unternahm 10 Forschungs- und
Versuchsfahrten in der Nord- und Ostsee (vgl. Seite 51), auf denen 12-371 sm
zurückgelegt wurden. Die Fahrten dienten im wesentlichen meereskundlichen, geo
physikalischen, geologischen und funktechnischen Untersuchungen sowie Baumu
sterprüfungen, Erprobungen nautisch-technischer Geräte und der Ermittlung der
Radioaktivität des Meerwassers und Meeresbodens.
Das Vermessungsschiff "Süderoog" führte neben seiner Vermessungstätigkeit
drei kürzere Fahrten von insgesamt 755 sm in der Nord- und Ostsee sowie in der
Elbmündung für radiologische Untersuchungen des Meerwassers und Meeresbodens
durch, davon eine Fahrt vor Beginn der Vermessungsperiode (vgl. Seite 51).
Die beiden neuen Vermessungs- und Wracksuchschiffe "Atair" und "Wega", die
erst seit dem 5.7.62 voll für die Wracksuche eingesetzt werden konnten, arbei
teten vorwiegend im näheren Küstenbereich und auf den Zwangswegen der Nord-