Zur Meeresforschung
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Fünffache an Arbeitskräften wie die Durchführung der Beobachtungen selbst.
Eine schnelle Veröffentlichung der Ergebnisse ist jedoch für die weitere
Forschungsarbeit von entscheidender Bedeutung.
Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt in Form von Beiträgen zu Seehand
büchern, Monographien, Atlanten, Karten, wissenschaftlichen Veröffentlichungen
Berichten, Vorträgen, Gutachten und Auskünften. Entsprechend ihren vielfälti
gen Aufgaben ist die Abteilung Meereskunde in fünf Referate für regionale
Ozeanographie, Meeresphysik und Meßgeräte, Meereschemie und Radioaktivität,
Geologie und Morphologie des Meeresbodens und Meereis aufgeteilt und verfügt
über 4 Laboratorien für Physik, Chemie, Geologie und Radioaktivität.
Ziel unserer Tätigkeit ist es, unsere Kenntnisse über das Meer und seine
vielfältig miteinander verflochtenen Erscheinungen zu erweitern und zu ver
tiefen. Wenige der an uns gerichteten Fragen lauten: "Was war?", viele: "Was
wird sein?". Um jedoch Vorhersagen machen zu können, müssen wir die Gesetz
mäßigkeiten kennen, nach denen Vorgänge im Meere ablaufen. Und um diese zu er
arbeiten, muß immer und immer wieder auf See beobachtet werden.
Anfang dieses Jahres wurde im Repräsentantenhaus der USA ein Gesetz einge
bracht, das nach seiner Verabschiedung als "Ozeanographisch.es Gesetz von 1963"
bezeichnet werden wird, und das ein umfassendes, langfristiges und in sich ab
gestimmtes nationales Programm auf dem Gebiete der Ozeanographie enthält. Da
mit haben die USA die Förderung der Meeresforschung als eine politische Staats
aufgabe anerkannt; andere Länder werden folgen.
Die Bundesrepublik Deutschland hat sich bisher nur in begrenztem Rahmen an
diesen internationalen Aufgaben beteiligen können. Sie wird jedoch in Kürze
über 4 Forschungsschiffe, die beiden Fischereiforschungsschiffe "Anton Dohrn"
und "Walther Herwig" sowie über VFS "Gauß" und das Forschungsschiff "Meteor II
verfügen. Falls sich der zur Zeit auch in der Abteilung Meereskunde bestehende
fühlbare Mangel an Planstellen für Wissenschaftler und Techniker beheben läßt,
so sind damit wichtige Voraussetzungen für eine von Deutschland erwartete und
seiner Tradition entsprechenden Beteiligung an den großen Forschungsaufgaben
der Zukunft erfüllt. Die Ergebnisse werden außer der Bundesrepublik auch ande
ren Ländern, insbesondere den übervölkerten Staaten und Entwicklungsländern zu
gute kommen. Damit kann die Bundesrepublik einen wertvollen Beitrag zur Ent
wicklungshilfe leisten.