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Full text: Jahresbericht 1962

Zur Meeresforschung 
Seite 21 
Fünffache an Arbeitskräften wie die Durchführung der Beobachtungen selbst. 
Eine schnelle Veröffentlichung der Ergebnisse ist jedoch für die weitere 
Forschungsarbeit von entscheidender Bedeutung. 
Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt in Form von Beiträgen zu Seehand 
büchern, Monographien, Atlanten, Karten, wissenschaftlichen Veröffentlichungen 
Berichten, Vorträgen, Gutachten und Auskünften. Entsprechend ihren vielfälti 
gen Aufgaben ist die Abteilung Meereskunde in fünf Referate für regionale 
Ozeanographie, Meeresphysik und Meßgeräte, Meereschemie und Radioaktivität, 
Geologie und Morphologie des Meeresbodens und Meereis aufgeteilt und verfügt 
über 4 Laboratorien für Physik, Chemie, Geologie und Radioaktivität. 
Ziel unserer Tätigkeit ist es, unsere Kenntnisse über das Meer und seine 
vielfältig miteinander verflochtenen Erscheinungen zu erweitern und zu ver 
tiefen. Wenige der an uns gerichteten Fragen lauten: "Was war?", viele: "Was 
wird sein?". Um jedoch Vorhersagen machen zu können, müssen wir die Gesetz 
mäßigkeiten kennen, nach denen Vorgänge im Meere ablaufen. Und um diese zu er 
arbeiten, muß immer und immer wieder auf See beobachtet werden. 
Anfang dieses Jahres wurde im Repräsentantenhaus der USA ein Gesetz einge 
bracht, das nach seiner Verabschiedung als "Ozeanographisch.es Gesetz von 1963" 
bezeichnet werden wird, und das ein umfassendes, langfristiges und in sich ab 
gestimmtes nationales Programm auf dem Gebiete der Ozeanographie enthält. Da 
mit haben die USA die Förderung der Meeresforschung als eine politische Staats 
aufgabe anerkannt; andere Länder werden folgen. 
Die Bundesrepublik Deutschland hat sich bisher nur in begrenztem Rahmen an 
diesen internationalen Aufgaben beteiligen können. Sie wird jedoch in Kürze 
über 4 Forschungsschiffe, die beiden Fischereiforschungsschiffe "Anton Dohrn" 
und "Walther Herwig" sowie über VFS "Gauß" und das Forschungsschiff "Meteor II 
verfügen. Falls sich der zur Zeit auch in der Abteilung Meereskunde bestehende 
fühlbare Mangel an Planstellen für Wissenschaftler und Techniker beheben läßt, 
so sind damit wichtige Voraussetzungen für eine von Deutschland erwartete und 
seiner Tradition entsprechenden Beteiligung an den großen Forschungsaufgaben 
der Zukunft erfüllt. Die Ergebnisse werden außer der Bundesrepublik auch ande 
ren Ländern, insbesondere den übervölkerten Staaten und Entwicklungsländern zu 
gute kommen. Damit kann die Bundesrepublik einen wertvollen Beitrag zur Ent 
wicklungshilfe leisten.
	        
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