accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Jahresbericht 1962

Jahresbericht Br. 17/1962 
Seite 18 
werden. In enger Zusammenarbeit zwischen Meeresbiologen, -physikern und 
-Chemikern muß dafür Sorge getragen werden, daß durch die Versenkung oder 
Ableitung radioaktiver Abfälle ins Meer kein Schaden für künftige Generati 
onen entsteht. Wir können heute auf sehr viele Brägen, die in diesem Zusam 
menhang an uns gerichtet werden, noch gar keine oder keine sichere Antwort 
geben. 
Bas Meer als Verteidigungsraum -Eine zeitlang schien es, als ob das Meer 
als Kriegsschauplatz immer mehr hinter dem Luftraum zurücktrete. Es ist be 
merkenswert, daß durch die Entwicklung der modernen Schiffs- und Waffentech 
nik, insbesondere reaktorgetriebener und mit Raketen ausgerüsteter U-Boote, 
die Entwicklung offenbar rückläufig ist. Man braucht kein Experte zu sein, 
um zu sehen, daß das Meer eine der militärischen Hauptforderungen, die Tar 
nung von Verteidigungs- oder Angriffsmaßnahmen, ideal erfüllt und deshalb 
immer stärker auch in den Blickpunkt militärischer Betrachtungen rückt. Eine 
Kontrolle der Meeresräume, die der Überwachung des Luftraumes mittels Radar 
geräten gleichwertig ist, ist infolge der großen elektrischen Leitfähigkeit 
des Meerwassers vorwiegend auf akustische Wege angewiesen. Hie Ausbreitung 
von Schall- und Ultraschallstrahlen hängt jedoch stark von der jeweiligen 
Salzgehalts- und Temperaturverteilung ab. Genau wie bei Lichtstrahlen können 
unter bestimmten Bedingungen Brechung, Beugung, Reflexion und Totalreflexion 
auftreten, die sich positiv oder negativ auf die Schalleitung auswirken kön 
nen. Der Schall kann im Meer erhebliche Strecken zurücklegen. So sind Schall 
signale, die von dem Eorschungsschiff "Verna" im Seegebiet um Australien aus 
gesendet wurden, von einer Station auf Bermuda aufgefangen worden, haben also 
die Südküste Afrikas umlaufen. Es gehört zu den Aufgaben des D.H.I., auch Un 
terlagen für derartige Probleme bereitzustellen. In diesem Zusammenhang wur 
den in den vergangenen Jahren umfangreiche Untersuchungen über die Bildung von 
Temperatursprungschichten in der Nordsee durchgeführt und veröffentlicht. 
Die Eorderung, die großen Meeresräume für Verteidigungszwecke mittels ei 
nes akustischen Radarsystems "durchsichtig" zu machen, ist nur bei genauer 
Kenntnis der Salzgehalts- -und Temperaturverteilung und ihrer zeitlichen und 
räumlichen Änderungen erfüllbar. Bie gleichen Unterlagen werden selbstverständ 
lieh für die friedliche Anwendung der Schallortung, z.B. für die Beschickung 
von Echolotungen oder die Ortung von Eischschwärmen, gebraucht. Ultraschallba 
ken können eines Tages in gleicher Weise den Unterwasserschiffsverkehr steuern 
wie heute die Leuchtfeuer den Oberflächenverkehr. Unsere Kenntnisse der Salz 
gehalts- und Temperaturverteilung in den Ozeanen beruhen bisher auf den Ergeb 
nissen einzelner Expeditionen, also auf mehr stichprobenartigen Feststellungen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.